Bericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
Zahl der Arztbesuche gesunken

Nach Einführung der Praxisgebühr ist die Zahl der Arztbesuche um etwa zehn Prozent zurückgegangen.

HB KÖLN/BERLIN. Das berichtete die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV/Köln) am Freitag in Berlin nach Auswertung der Daten von 11 der insgesamt 23 Kassenärztlichen Vereinigungen. Anlass zur Sorge bestehe mit Blick auf den Rückgang der Kinderarztbesuche, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl. „Es besteht die Vermutung, dass Eltern aus sozial schwachen Familien auf notwendige Behandlungen ihrer Kinder verzichten.“ Dabei müssen Kinder gar keine Praxisgebühr zahlen und sind auch von Zuzahlungen für Medikamente befreit.

Laut KBV ist der Rückgang im ersten Quartal 2004 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor allem mit Vorzieheffekten der Gesundheitsreform zu erklären: „Die Leute haben die Praxen im vergangenen Jahr schier gestürmt und sich mit allen möglichen Leistungen eingedeckt“, erklärte Stahl. Während die Hausärzte im Bundesdurchschnitt einen Rückgang von 9 Prozent verbuchten, kamen in die Praxen der Fachärzte 10,5 Prozent weniger Patienten als noch im ersten Quartal 2003. Das erste Quartal 2004 sei daher „untypisch“. Für eine umfassende Analyse zu den Auswirkungen der Gesundheitsreform müssen laut KBV insgesamt mindestens 3 Quartale ausgewertet werden.

Sorgen bereitet dem KBV-Vorsitzenden Manfred Richter-Reichhelm die Lage der sozial schwachen Patienten: „Viele von ihnen werden nicht nur durch die Praxisgebühr vom Arztbesuch abgeschreckt, dazu kommen ja auch noch die Zuzahlungen für Medikamente in der Apotheke.“ Hier müsse sich noch zeigen, ob die Regelungen der Gesundheitsreform zumutbar seien.

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