Bericht der Migrationsbeauftragten
Eine Million Zuwanderer wurden Deutsche

Das neue Staatsbürgerschaftsrecht hat eine Million Zuwanderer zu Deutschen gemacht. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind laut Bundesregierung mehr Menschen eingebürgert worden als in den 20 Jahren vor der Reform.

HB BERLIN. Nach Angaben der Migrationsbeauftragten der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne), sind seit dem 1. Januar 2000 geltenden Recht etwa 800 000 Zuwanderer eingebürgert worden. 200 000 Kinder ausländischer Eltern erhielten mit ihrer Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit. „Dies ist ein wichtiger Beitrag zur rechtlichen Integration, aber auch zur politischen Teilhabe in unserer demokratischen Gesellschaft“, sagte Beck am Dienstag in Berlin bei Vorlage der Broschüre „Wie werde ich Deutsche/r?“.

Beck plädierte dafür, diesen integrationspolitischen Weg weiterzugehen. „Angesicht rückläufiger Einbürgerungen und einer recht unterschiedlichen Einbürgerungspraxis in den Ländern brauchen wir in unseren Städten und Gemeinden ein einbürgerungsfreundliches Klima, das Einbürgerungen befördert und aktiv über die Möglichkeiten des Erwerbs der deutschen Staatsbürgerschaft informiert.“

Die ehemalige Vorsitzende der Zuwanderungskommission der Regierung, die CDU-Politikerin Rita Süssmuth, wies die Kritik von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) und Unions- Fraktionsvize Wolfgang Bosbach an der Zuwanderungspolitik zurück.

„Deutschlands Problem ist zur Zeit nun wirklich nicht die Zuwanderung, schon gar keine massenhafte Zuwanderung“, sagte Süssmuth dem Radiosender WDR 5 Morgenecho. Es gebe aber ein Problem mit der Integration, was auf die Versäumnisse der Vergangenheit verweise. Den Vorstoß von Beckstein und Bosbach, demzufolge Rot-Grün eine massenhafte Einwanderung anstrebt, wertete Süssmuth als „Versuchsballon“.

Die aktualisierte Broschüre „Wie werde ich Deutsche/r“ richtet sich an Ausländer, die sich einbürgern lassen wollen. Der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft ist an Voraussetzungen geknüpft. Ein Ausländer kann einen Antrag stellen, wenn er rechtmäßig seit acht Jahren in Deutschland lebt. Er muss sich zur demokratischen Grundordnung bekennen, ausreichende Sprachkenntnisse haben, er darf nicht wegen Straftaten verurteilt sein und muss seinen Lebensunterhalt sichern können.

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