Bericht der Regierung: So viele Freiberufler wie noch nie

Bericht der Regierung
So viele Freiberufler wie noch nie

In Deutschland gibt es mehr Freiberufler als je zuvor. Selbst während der Krise hielt der kontinuierliche Anstieg an. Mittlerweile erwirtschaften Freiberufler zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
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BerlinDie Zahl der Freiberufler hat mit rund 1,2 Millionen einen neuen Höchststand in Deutschland erreicht. „Noch nie zuvor waren so viele Angehörige der Freien Berufe als Selbstständige tätig, “ heißt es im Bericht der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Lage von Rechtsanwälten, Steuerberatern, Kulturschaffenden oder Ärzten.

Das 60 Seiten umfassende Papier aus dem Bundeswirtschaftsministerium liegt dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) vor. Der Bericht zeigt, dass über einen Zeitraum von zehn Jahren ein „signifikanter und kontinuierlicher Anstieg“ der Freiberufler um 62 Prozent zu verzeichnen war.

Laut dem Bericht, der nur alle zehn Jahre erstellt und am Mittwoch im Kabinett beraten wird, war selbst in Zeiten der Finanzkrise 2008/2009 kein Einbruch der Zahlen festzustellen. Insgesamt sind rund 3 Millionen Mitarbeiter bei den Freiberuflern beschäftigt, die insgesamt 10,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland erwirtschaften. Der Anteil der Existenzgründer bei den Freiberuflern liegt bei 21 Prozent.

An der Gehaltsspitze liegen die Apotheken mit rund 2 Millionen Euro Umsatz pro Jahr, gefolgt von Wirtschafts- und Buchprüfungskanzleien mit rund 1,7 Millionen Euro. Im Umsatz-Ranking kommen Steuerberater auf 390.000 Euro, Ingenieurbüros auf 396.000 Euro und Architekturbüros auf 203.000 Euro. Am Ende der Liste sind selbstständige Journalisten und Pressefotografen mit 70.000 Euro aufgeführt.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

Kommentare zu " Bericht der Regierung: So viele Freiberufler wie noch nie"

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  • Leider wurde in dem Bericht der Bundesregierung vergessen, dass es eine sehr große Azahl von freiberuflichen Dozenten gibt, die im Auftrag privater oder halbstaatlicher Bildungsträger in Integrationskursen (finanziert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) oder in Maßnahmen, die von der Arbeitsagentur bezahlt werden, unterrichten. Diese Dozenten, die keine Chance auf Festanstellung haben, müssen außer Steuer und Krankenversicherung auch noch 19% ihres Einkommens (ca 20 € pro Unterrichtseinheit, keine Vor- und Nachbearbeitungszeiten)in die gesetzliche Rentenkasse bezahlen. So viel zu den Schlusslichtern mit 70000€

  • sie haben den größten posten vergessen(bei apotheken): der EINKAUF. arzneimittel wachsen nunmal nicht aufbäumen oder im luftleeren raum...
    gewerbesteuer zahlen apotheker ebenfalls.

  • 70.000 euro für freiberufliche journalisten??? ohja, das fände ich ein tolle sache! ich weiß nicht, wo solche zahlen herkommen. vielleicht sind ja nur die auslandsjournlaisten oder die vom stern, spiegel & co in die berechnung einbezogen wurden. ganz bestimmt nicht die vielen, oft an der grenze zum existenzminimun schaffenden lokalen journalisten.

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