Berlin am Ende
Studie: Saarland hat größte Wirtschaftsdynamik

Das Saarland ist in der Wirtschaftsentwicklung das dynamischste Bundesland - die Hauptstadt Berlin hat den geringsten ökonomischen Schwung. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch vorgestellten umfassenden Studie der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ und der „Wirtschaftswoche“.

HB/dpa BERLIN. Auf den Spitzenplätzen zwei und drei hinter dem CDU-geführten Saarland folgen Bremen (SPD/CDU-Regierung) und Hessen (CDU-regiert, bis Februar mit FDP). Schlusslichter bilden in der Untersuchung Thüringen (CDU-geführt), Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, die jeweils SPD/PDS-Regierungen haben. Die Initiative will im September Saarlands Regierungschef Peter Müller (SPD) als „Ministerpräsident des Jahres“ auszeichnen. Das Saarland und auch Bremen galten jahrelang als die Bundesländer mit den größten Strukturproblemen.

In der Studie wurde die Entwicklung der Länder in den Jahren 2000 bis 2002 verglichen. Dabei wurden unter anderem Standortfaktoren wie Arbeitskosten und Infrastruktur, die Wirtschaftskraft, die Beschäftigungsentwicklung und die Lage der Unternehmen in den jeweiligen Ländern verglichen. Grundlage für die Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln war der Vergleich von Statistiken, der Blick in Firmenbilanzen und Gespräche mit Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie Unternehmen.

Neben der Dynamik-Rangliste, die einen Auf- oder Abstieg der vergangenen Jahre im Auge hat, enthält die Studie auch ein Bestands- „Ranking“ - also eine Aussage, welches Bundesland derzeit in der Wirtschaftslage vorn liegt. Erwartungsgemäß belegen hier Bayern, Baden-Württemberg und Hessen die Spitzenplätze. Der stellvertretende Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“, Klaus Methfessel, sagte, für ein Land wie Bayern, das schon lange auf einem hohen Niveau liege, sei es schwer, auch in der Dynamik stets vorn zu liegen.

Der Geschäftsführer der Initiative, Tasso Enzweiler, bezeichnete die Entwicklung Berlins als hoffnungslos. Die Hauptstadt liege bei der Dynamik um 25 % schlechter als der Bundesdurchschnitt - das Saarland und Bremen, die Spitzenreiter, dagegen rund 16 % über dem Schnitt.

Als Besorgnis erregend bezeichnete Enzweiler auch die Entwicklung Nordrhein-Westfalens. Das SPD-geführte Land, das von allen 16 Ländern die größte Bevölkerung hat, rangiert in der Dynamik-Statistik nur auf dem fünftletzten Rang. Von den neuen Bundesländern kann nur Sachsen einen Spitzenplatz erreichen und kommt in der Studie auf Platz 6.

Zur Spitzenposition des Saarlands trugen das überdurchschnittliche Wachstum von 1,8 % von 2000 bis 2002 bei (Durchschnitt der übrigen Länder 0,8 %), ein Abbau der Arbeitslosigkeit gegen den allgemeinen Trend und der Rückgang der Empfänger von Sozial- und Arbeitslosenhilfe. Auch die Steuerkraft nahm zu.

Die Initiative versteht sich als eine parteiübergreifende Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze in Deutschland. Sie wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie getragen.

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