Berlin-Bonn-Gesetz
Bonner Beschäftige wehren sich gegen schnellen Umzug

Trotz Versicherungen seitens der Bundesregierung, das Berlin-Bonn-Gesetz nicht anzufassen, scheinen Fakten für einen Umzug geschaffen zu werden. Dagegen wollen sich Bonner Beschäftigte zur Wehr setzen.
  • 9

BerlinBonner Beschäftigte des Verteidigungsministeriums fordern von Kanzlerin Angela Merkel, die Umzugspläne von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (beide CDU) zu bremsen. "Wenn Sie dieser Regelung zustimmen würden, gäbe es einen sogenannten "Rutschbahneffekt" aller Ministerien von Bonn nach Berlin", warnt der Personalrat beim Verteidigungsministerium nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" in einem Brief an Merkel.

Die Mitarbeiter am ersten Dienstsitz Bonn seien "stark verunsichert" und "in ihrem Vertrauen enttäuscht", zitiert das Blatt aus dem ihm vorliegenden Schreiben. Trotz aller Beteuerungen der Bundesregierung, dass das Berlin-Bonn-Gesetz nicht angefasst werde, "sollen offensichtlich Fakten geschaffen werden".

Dem Schreiben zufolge habe der Minister die Beschäftigten auf Personalversammlungen im Juni über seine Reformpläne für das Ministerium informiert. Dabei habe er angekündigt, dass das Ministerium ab März 2012 seine neuen Strukturen einnehmen solle und er bei diesem Schritt "möglichst viele" Mitarbeiter aus Bonn nach Berlin holen wolle. Insgesamt will de Maizière sein Ressort von aktuell rund 3.200 auf 2.000 Beschäftigte verkleinern. Derzeit arbeiten noch rund 2.700 zivile Mitarbeiter und Soldaten am Dienstsitz Bonn.

Die Personalräte machen laut "Financial Times Deutschland" klar, dass es ihnen grundsätzlich nicht um eine komplette Blockade des Umzugs gehe, sondern um das Tempo. Eine "ausreichend lange Übergangsfrist" würde es erlauben, für jene Mitarbeiter, die nicht mit nach Berlin möchten, einen "angemessenen Dienstposten" im Großraum Bonn zu finden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Berlin-Bonn-Gesetz: Bonner Beschäftige wehren sich gegen schnellen Umzug"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • früher gings doch auch... die damaligen beamten haben dann halt ne stelle bei der telekom bekommen. da ist viel rumgewurschtelt worden. ich würde denen die pistole auf die brust setzen. entweder du ziehst nach berlin oder dir wird der beamtenstatus entzogen. du glaubst gar nicht, wie schnell die kartons gepackt werden. was schon eigentlich paradox klingt bei diesen beamten

  • Vielliecht sollte man die Bonner Beamten einmal auf ihre eingegangen Verpflichtungen mit der Entgegennahme der Beamtenurkunde hinweisen. Nicht nur die Vorteile des Beamtenstatus genießen, sondern auch die Verwendung im gesamten Bundesgebiet. Daher sofortige Verlagerung aller Bundesministerien nach Berlin.

  • Warum haben wir immer noch diese Zwitterregelung
    Hauptstädte Bonn u. Berlin .Der Vorgang müßte doch schon
    längst abgeschlossen sein , daß die Ministerien von Bonn
    nach Berlin verlegt sein müßten .
    Warum hat Adenauer nicht Frankfurt /M damals als
    Haupstadt von DE beschlossen !
    Aber der deutsche Steuerzahler hat ja noch so viel Kohle
    zum Abzocken da kommt es auf zweistellige Milliardenbeträge nicht an !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%