Berlin giftet gegen Paris
„Frankreich braucht weniger Hollande“

Frankreichs Präsident pocht auf die Souveränität seines Landes und blockt Vorgaben aus Brüssel ab. In Berlin ist man verärgert und gibt Hollande kontra. Kein gutes Vorzeichen für den Merkel-Besuch in Paris.
  • 45

BerlinVor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Paris haben Politiker des Berliner Regierungslagers Frankreichs Staatschef François Hollande heftig kritisiert. Unionspolitiker rügten Hollande am Donnerstag für seine Äußerung, die EU-Kommission habe seiner Regierung „nichts zu diktieren“. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und der Generalsekretär der Liberalen, Patrick Döring, forderten eine Abkehr von sozialistischer Staatswirtschaft in Frankreich.

„Hollande ist aufgrund seiner schlechten Bilanz offensichtlich dünnhäutig geworden. Das ist tragisch, denn Deutschland und Europa brauchen ein starkes Frankreich“, sagte Döring Handelsblatt Online. Es werde kein Weg an grundlegenden Reformen vorbeiführen, um die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs wiederherzustellen. Die „sozialistischen Konzepte“ hätten jedenfalls das Gegenteil bewirkt. „Frankreich braucht weit mehr als eine Agenda 2010 – nämlich mehr ‚Neue Mitte‘ und weniger Hollande“, so Döring.

"Um endlich das Wachstum in ganz Europa anzukurbeln, braucht Frankreich Reformen, die die Wettbewerbsfähigkeit stärken", sagte auch Brüderle in der "Rheinischen Post" vom Donnerstag. Es werde Zeit für die Besinnung auf mehr soziale Marktwirtschaft statt sozialistischer Staatswirtschaft. "Ich bin mir sicher, dass die Bundeskanzlerin, wie es sich unter Freunden gehört, das intern deutlich ansprechen wird." Mit Blick auf Hollandes erstes Amtsjahr sprach Brüderle von einem "verlorenen Jahr". Europa könne aber "nicht länger auf Frankreich warten".

Frankreich wird von einem hohen Haushaltsdefizit, Rezession und Rekordarbeitslosigkeit geplagt. Die EU-Kommission gab am Mittwoch bekannt, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone zwei Jahre Aufschub bis zum Jahr 2015 zum Erreichen der EU-Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts einzuräumen.

Auf die im Gegenzug von der EU-Kommission gestellten Reformforderungen, unter anderem bezüglich des Rentensystems, reagierte Hollande unwirsch: "Die Kommission hat uns nicht zu diktieren, was wir zu tun haben", sagte der Präsident am Mittwoch. "Sie kann nur sagen, dass Frankreich seine Staatsfinanzen sanieren muss".

Kommentare zu " Berlin giftet gegen Paris: „Frankreich braucht weniger Hollande“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • man kann das deutsche verhalten wohl nichts anders als nibelungentreue bezeichnen, bekanntlich endete dieses im desaster. auch wenn die vielen euro / eu-befürworter es nicht hören wollen, die eu ist doch eine ansammlung von wirtschaftlichen loosern, als f.d.p. mitglied wünsche ich der afd sehr viel glück und erfolg.

  • @Radiputz
    Vicario liegt schon richtig.

    Netzschatten greift oft seine eigenen Texte auf, und gezielt an. Dies macht er meist nur im ersten Absatz. Im Verlauf der Texte kommt er dann zum Schluss, dass der vorherige Schatten recht hat.
    Jetzt, wo das Muster aufgeflogen ist, hält er Angriffe durch. Allerdings gibt es viele Merkmale im Schreibstil, die man nicht einfach verbergen kann. Da sind ein paar ganz typische Muster immer wieder zu erkennen.

    Er redet häufig mit sich selbst, lobt den nächsten Schatten, stellt in frage...und schreibt langatmige, inhaltslose Aufsätze.
    ----------
    Meine Feststellung:

    Hantasilf, Tabu, pool, netshadow, Eddie, Fredi, Hantasilf, Moellenkamp,, graete, Freidenker/in, Realist, Karin, Müller_Luedenscheid, shadhajuuhpioky, Hans-Olaf, miklasross, fortissimogrande, Heinz, Haendle, es-reicht; und täglich neue...

  • Hollande ist ganz einfach purster Sklave der französischen Banken wegen der Kredite in Grexia. Mehr nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%