Berlin intern
Die Ministerin und das soziale Netz mit Nebenwirkung

Wie man mit Hilfe sozialer Netzwerke Wahlen gewinnen kann, haben alle Politiker bei Barack Obama gelernt. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner traut sich, einen weniger populären Kurs einzuschlagen. Sie gibt es jetzt nicht mehr bei Facebook. Und das soll jeder wissen.
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dri/dhs BERLIN. Freundlicher als Facebook kann man kaum für sich werben: "Facebook ist ein soziales Netzwerk, das Menschen mit ihren Freunden, Arbeitskollegen, Kommilitonen und anderen Mitmenschen verbindet", verkündet die Web-Site. 500 Millionen Menschen haben sich in das Netz des Unternehmers Mark Zuckerberg begeben. Ziemlich leichtsinnig sei das, findet Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU). Nachdem sie öffentlich ihre Verbindung kappte, will sie dem Netzwerk fernbleiben, "solange Facebook seine Datenschutz-Einstellungen nicht grundlegend verbessert".

Vernetztes Leben sei auch ohne Facebook möglich, sagt Aigner und wirbt heftig für die Konkurrenz: Sie selbst könne man auf meinVZ, bei den Lokalisten und auf Xing treffen. In diesen Netzen müsse jeder seine Daten ganz bewusst für andere freigeben. Die Nebenwirkungen des Netzwerkens – wie weltweit verbreitete Fotos von der wilden Silvester-Party – blieben so begrenzt.

Datenschutz helfe sowieso gegen jene allzu häufige Häme im Netz, die das Verbundensein mit den Mitmenschen zur Qual machen kann, begründet Aigner ihren Anti-Facebook-Feldzug. An Gutmenschentum will sie andererseits dem Gegner nicht nachstehen: Der Film "The Social Network" über Zuckerberg sei "ein einmaliger Akt der Ächtung". Man solle ihn bitte nicht als "karriere- und rachsüchtigen Internet-Freak" darstellen.

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