Berlin Intern
Ein Botschafter für die Freiheit

So richtig scheint das Ministeramt in Berlin Dirk Niebel nicht auszufüllen. Die Arbeit als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beschert dem FDP-Mann zwar immer wieder attraktive Auslandsreisen. Doch das Programm beschränkt sich regelmäßig auf den Besuch von Wasserwerken, Staudämmen und landwirtschaftlichen Projekten.
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Für seine erste offizielle Reise nach Lateinamerika hat sich Niebel deshalb vorgenommen, stärker eigene Akzente zu setzen. Dem bolivianischen Staatspräsidenten Evo Morales brachte er denn auch ein Gastgeschenk der besonderen Art mit. Wie das Ministerium gestern mitteilte, packte Niebel bei einem Treffen in der Hauptstadt La Paz ein Berliner Mauerstück aus Porzellan aus, hergestellt von der deutschen Manufaktur Rosenthal.

"Ein Stück Freiheit als Erinnerung an 40 Jahre sozialistische Diktatur in Deutschland", erläuterte der deutsche Minister als Botschafter für die Freiheit dem Sozialisten Morales, um anschließend den bolivianischen Ministerpräsidenten darin zu bestärken, den Zugang zu Trinkwasser zu einem Menschenrecht zu erklären. Ganz offenbar fehlt dem Entwicklungsminister das politische Betätigungsfeld eines Generalsekretärs der FDP. Das Amt musste Niebel vor einem Jahr abgeben. Ob der Entwicklungsminister auch in Peru und Kolumbien besonders auf sich aufmerksam machen wollte, blieb unklar.

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur

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