Berlin Intern
Guido muss leider zu Hause bleiben

Gern wäre Außenminister Guido Westerwelle heute in Brüssel beim EU-Gipfel dabei gewesen, dem ersten Treffen nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags und erstmals unter Leitung des neuen EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy. Doch Westerwelle darf nicht.
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BERLIN. Es hätte sein erster EU-Gipfel werden sollen. Seit? an Seit? mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte Bundesaußenminister Guido Westerwelle heute in Brüssel die hohe Messe der Europapolitik feiern. Bedeutende Gäste haben sich angesagt: Der neue EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy gibt sich ebenso die Ehre wie die neue Außenvertreterin Catherine Ashton. Es ist das erste Treffen nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags - da wäre Westerwelle natürlich gerne dabei gewesen.

Doch Guido muss leider zu Hause bleiben - genau wie Carl Bildt, Bernard Kouchner und all die anderen Außenminister. Denn der neue Vertrag enthält eine Klausel, der zufolge sich der Europäische Rat - vulgo: EU-Gipfel - "aus den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten sowie dem Präsidenten des Europäischen Rates und dem Präsidenten der Kommission" zusammensetzt. Punkt. Die Außenminister sind nicht mehr - wie seit Jahren üblich - Teil des Gipfels.

Merkel kann Westerwelle auch nicht einfach so mitnehmen. Denn nach den neuen Regeln ist dafür ein Beschluss nötig. Der Ausgesperrte nimmt es mit Humor: "Wie heißt es so schön - gut Ding will Weile haben. Die treffen sich jetzt zum ersten Mal, die werden wahrscheinlich eine Geschäftsgrundlage machen, und dann wird das alles auch einen ganz kooperativen Weg der Weisheit gehen." Die - das sind die Chefs. Was wohl "die Merkel" dazu sagt?

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