Berlin intern
Jahresrückblick mit nachhaltigem Eindruck

Neujahrsansprachen bleiben nur selten im Gedächtnis. Die meisten Politiker präsentieren hölzern die immer gleichen Phrasen. Helmut Kohl brachte es sogar fertig, zwei Jahre hintereinander die exakt gleiche Rede zu halten. Bundespräsident Christian Wulff bricht mit der langweiligen Tradition.
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Als die ARD Silvester 1986 Helmut Kohls Neujahrsansprache sendete, merkte nur dessen Pressesprecher, dass es die Rede aus dem Vorjahr war. In den beschleunigten Globalisierungszeiten 24 Jahre später ist es noch schwieriger, einen Jahresrückblick zu präsentieren, der nachhaltigen Eindruck beim Publikum hinterlässt.

Durchgefallen ist das Bundeskartellamt, das in seiner Schlussbilanz 2010 lapidar schreibt: „Die Kartellverfolgung ist und bleibt eine der zentralen Aufgaben des Bundeskartellamtes.“ Auch die Haushälter Norbert Barthle (CDU) und Otto Fricke (FDP) fallen nicht eben durch Originalität auf: Zum Jahresausklang beharren sie wie die meisten ihrer Vorgänger seit der Wiederbewaffnung Deutschlands auf Einsparungen bei der Bundeswehr. Bundespräsident Christian Wulff wollte es in diesem Jahr besser machen: Den Appell in seiner Weihnachtsansprache, mehr soziales Engagement zu zeigen und Solidarität in Europa walten zu lassen, werden die Bürger wohl schon bald vergessen haben.

Aber Wulff wird als Staatsoberhaupt in Erinnerung bleiben, das die Rede nicht hinter dem Schreibtisch sitzend verlas, sondern stehend vor einem Weihnachtsbaum. Immerhin hat er es nach einem halben Jahr im Amt geschafft, sich überhaupt im Bewusstsein der Deutschen zu verankern. Nach einer Emnid-Umfrage halten 57 Prozent der Deutschen ihn für einen guten Präsidenten.

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