
BERLIN. Der Gesundheitsökonom hat vorgerechnet, dass die Krankenkassen – bezogen auf die restliche Lebenszeit eines Rauchers – über 1 000 Euro sparen können, wenn sie ihm Medikamente zur Raucherentwöhnung zahlen würden. Das können sie bislang nicht, da diese Präparate als Lifestyle-Medikamente von der Erstattung ausgeschlossen sind.
Das Dumme ist nur: Wasem erforschte das Problem für den Pharmakonzern Pfizer. Und Pfizer ist Hersteller der auch ohne Erstattung recht erfolgreichen Entwöhnungspille Champix. Das rezeptpflichtige Medikament hat so heftige Nebenwirkungen, dass die US-Flugaufsicht den amerikanischen Piloten 2008 die Einnahme verbot, weil sie um die Sicherheit im Flugverkehr fürchtete. Die Ärztekammer empfiehlt jedoch auch, die Raucherpillen in den Leistungskatalog aufzunehmen.
Doch Wasem als Gesundheitsökonom müsste wissen, dass die Umsätze mit Champix & Co schnell steigen würden, müssten die Kassen zahlen. Die Kosten wären riesig – und überflüssig. Denn die Kassen bieten schon lange Entwöhnungskurse an, die ohne die teure Chemie aus den Laboren der Industrie auskommen.
Als COPD-Patient freue ich mich über Professor Wasems Vorstoß. Meine Rauchentwöhnung mit Champix musste ich komplett selbst bezahlen!! Und das begleitende beratungsprogramm wurde auch nicht bezuschusst. Also, von mir aus weiter so!
Naja, da sollte der Redakteur nochmal nachlesen. Die Arbeit vom Wasem ist im Netz verfügbar und das scheint eine volkswirtschaftliche Modellrechnung mit Hand und Fuß zu sein. Mögliche Nebenwirkungen sind auch eingerechnet. Und dass Pfizer Pharma das Projekt gesponsert hat, steht dort auch. Schlechte Recherche - und das vom Handelsblatt! Für mich ist das schnödes Mitreiten auf der Pharmakritik-Welle. Erstmal lesen, verstehen und dann kommentieren!
...ja was macht man nichts alles für eine kleines kich-back-chen ...
Alles Sumpf! Die heutigen Politiker sind überwiegend willige oder auch unwillige Gehilfen der industrie und der banken! ich würde auf das Wort ein Diebes mehr geben, als auf das Wort dieser Figuren.
3 Kommentare
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