Berlin Intern
„Voll toll“ – die Union übt sich in Kommunikation

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem CDU-Parteitag keinen Hehl daraus gemacht, dass im ersten Jahr der schwarz-gelben Regierung nicht alles rundgelaufen ist. Das soll sich mit der Internetseite www.washatdiekoalitionunsgebracht.de nun ändern. Hier kann man sich endlos die Erfolge der CDU/CSU ansehen. „Voll toll!“
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Wer sich gegenseitig als „Wildsäue“ und „Gurkentruppe“ beschimpft, hinterlässt in der öffentlichen Wahrnehmung nicht den Eindruck, dass sich da ein Wunschbündnis gefunden hat. Mehrfach hat man einen besseren Umgangston versprochen, mehrfach ist daraus nichts geworden. Deshalb wird heute mehr über die Umgangsformen der Regierung geredet als über ihre politische Arbeit. Das soll sich nach dem Willen der CDU-Chefin nun ändern.

Die Bundestagsfraktion der Union hat am Dienstag die Internetseite www.washatdiekoalitionunsgebracht.de freigeschaltet, auf der man schier endlos die Erfolge der CDU/CSU präsentiert bekommt. Von der Erhöhung des Kindergeldes, der Einführung einer Bankenabgabe, der Aufstockung der Hartz-IV-Sätze oder der Begrenzung der Banker-Gehälter ist dort zu lesen. Selbst für kostenlose Warteschleifen bei Telefon-Hotlines lässt sich die Union feiern. „Voll toll“ sei das, steht dazu in einem blauen Kasten.

Ob die Koalition ihr Kommunikationsproblem so in den Griff bekommt, bleibt abzuwarten. Immerhin meldeten sich bei Facebook bereits zwei Stunden nach Freischaltung der Unions-Seite knapp 2 800 Nutzer und behaupteten, dass ihnen die Erfolgsgeschichten der Koalition gefallen. Geht doch.

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur

Kommentare zu " Berlin Intern: „Voll toll“ – die Union übt sich in Kommunikation"

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  • So hat es die DDR-Regierung auch immer gemacht. Scheuklappen aufsetzen, sich selbst loben, Kritik abprallen lassen und Medien nutzen, um das verzerrte bild der Partei zu präsentieren und per Hirnwäsche in den Köpfen der Menschen zu verankern. Alle wissen was daraus geworden ist. Nur die CDU/CSU hat es noch nicht kapiert. Wie auch? in keiner Partei lebt die DDR so weiter, wie in der CDU. Angeführt durch die Staatsratsvorsitzende Angela Merkel denkt sich die Partei, was in der DDR lange Zeit gut ging, klappt im vereinten Deutschland auch. Aber "lange Zeit" war dann in der DDR trotzdem irgendwann vorbei. Weil die Partei sich selbst noch so hochjubeln kann, der bürger sieht es mit anderen Augen. Selbstkritik wäre angebracht. Das was die CDU/CSU veranstaltet, nennt man Selbstbelügen. ich sehe schon den nächsten Schritt. Frau Merkel stellt sich mit ihren Parteigenossen auf eine Tribüne in berlin. Das Volk bekommt einen Tag frei und muss winkend an der Tribüne vorbeilaufen. Die Menschen rufen ihr vorformulierte Schlachtrufe zu. "Die Partei lebe hoch, hoch, hoch. Frau Merkel lebe hoch, hoch, hoch!!" Alles schonmal dagewesen. Am Höhepunkt der Selbstbeweihräucherung wird das Ende eingeleitet. Hoffen wir, dass es mit der DDR, äh... CDU/CSU bald vorbei ist.

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