
HB. Denn der französische Präsident begeistert sich derart für Deutschland, dass er mittlerweile nicht nur sämtliche Spitzenpolitiker vor laufenden Kameras tätschelt. Nun möchte er, dass künftig ein gemeinsamer deutsch-französischer Minister in beiden Hauptstädten mit am Tisch sitzt. Die ohnehin schon einzigartige Zusammenarbeit wäre um ein weiteres Symbol reicher.
Nur ist die Begeisterung in Berlin nicht sehr groß. Denn wie immer stößt französische Visionskraft auf deutschen Pragmatismus: Die Besoldung wäre schwierig; ungeklärt ist, welcher Politiker eigentlich beide Sprachen so gut spricht, dass er mühelos folgen kann - oder sollen künftig auch Kabinettssitzungen gedolmetscht werden? Ganz nebenbei sorgt sich die Kanzlerin, dass ein Bi-Minister künftig mit Sarkozys Segen der FDP beim Wunsch nach kreditfinanzierten Steuersenkungen oder dem CSU-Verkehrsminister bei der Einführung der PKW-Maut beispringen könnte. Am Ende wird die übrigens nicht ganz taufrische französische Idee aber an einem noch banaleren Problem scheitern: Die Koalition wird nicht klären können, welche Partei einen deutschen Kandidaten eigentlich stellen darf.