Berlin-Intern
Zu Guttenbergs Medien-Mission für Afghanistan

Da dies weder „Tagesschau“ noch „Tatort“ ersetzt, wirbt zu Guttenberg nun heftig darum, dass die ARD doch wieder in Afghanistan senden möge; notfalls via Bundeswehr-Technik. Das allerdings gehe gar nicht, meint die ARD, wo bliebe da die Staatsferne?
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BERLIN. Nach Johannes B. Kerners Talkshow mit Soldaten in Masar-i-Sharif startet Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eine neue Medien-Mission. Denn nicht mal mehr den „Tatort“ bekommen die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan zu sehen, seit sich die ARD im Juni mit dem schnöden Argument „zu teuer“ vom Satelliten „Hotbird“ verabschiedet hat. Die höchste Einschaltquote des deutschsprachigen Fernsehens in Afghanistan hat seither das ZDF: 100 Prozent, denn andere deutsche TV-Sender senden dorthin nicht.

Auch Sat 1, wo inzwischen die Johannes-B.-Kerner-Show läuft, seit sie im ZDF nicht mehr läuft, können die Soldaten dort nicht empfangen. Mit Verspätung erfahren wir also, dass die Guttenberg-Talkshow aus dem Bundeswehrlager von Masar-i-Sharif überhaupt gar nichts mit Guttenberg’scher PR zu tun haben konnte, sondern allein der Aufmunterung der Truppe diente: Wenn Kerner nicht per Satellit kommt, bringt der Minister ihn eben leibhaftig mit an den Hindukusch.

Da dies weder „Tagesschau“ noch „Tatort“ ersetzt, wirbt zu Guttenberg nun heftig darum, dass die ARD doch wieder in Afghanistan senden möge; notfalls via Bundeswehr-Technik. Das allerdings gehe gar nicht, meint die ARD, wo bliebe da die Staatsferne? Vielleicht schickt sie ja Anne Will mal mit dem Minister mit. Wenn die sich nicht weigert: An der Heimatfront war Kerners Guttenberg-Show quotenmäßig ein Flop.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin

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