Berlin
Merkels Wohnzimmer heimlich gefilmt

Brisante Panne: Die Wohnung von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist einem Zeitungsbericht zufolge jahrelang von einer Überwachungskamera auf der Berliner Museumsinsel erfasst worden. Die Kamera habe nicht nur Aufnahmen des Hauses, sondern auch des Wohnzimmer machen können. Wachleute führten die Bilder sogar Reportern vor.

HB BERLIN. Die Kamera auf dem Dach des weltberühmten Museums, das den größten Antikenschatz Deutschlands beherbergt, sei 24 Stunden in Betrieb gewesen, berichtete die „Bild am Sonntag“. Direkt gegenüber dieser berühmten Sammlung liegt die Privatwohnung von Merkel und ihrem Ehemann Joachim Sauer. Die CDU-Chefin hatte es nach ihrer Wahl zur Kanzlerin im Herbst bevorzugt, dort wohnen zu bleiben und nicht in das ihr zustehende Appartement im Kanzleramt zu ziehen.

Ein Sprecher des Bundeskriminalamtes bestätigte den Fall auf Anfrage. Die Umstände würden geprüft. In Bezug auf das Pergamonmuseum seien „alle Maßnahmen“ eingeleitet worden. Indirekt bestätigte er, dass die Kamera neu justiert wurde: „Davon können sie ausgehen.“ Aus Gründen des Personenschutzes wollte der BKA-Sprecher aber keine Angaben machen, über welchen Zeitraum die Museums-Kamera in Merkels Wohnung gefilmt hat und wie der Vorgang festgestellt wurde. Er betonte lediglich, die Sicherheitsmaßnahmen würden ständig angepasst.

Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, hatten sich eigene Mitarbeiter während einer Reportage über die Nachtschichtarbeiter des Museums selbst ein Bild von den technischen Möglichkeiten im Leitstand machen können. Die Sicherheitskräfte hätten den Reportern die Kamera gezeigt, sie geschwenkt und mit dem Joystick auf die Wohnung der Kanzlerin gezoomt. Auf dem Überwachungsmonitor sei deutlich Merkels Ehemann zu erkennen gewesen wie er im Wohnzimmer gesessen habe.

Der Sprecher der Staatlichen Museen in Berlin, Matthias Henkel, sagte der Zeitung, bei der Kamera sei am Freitag eine Neigewinkelbegrenzung installiert worden, so dass Aufnahmen von der Kanzlerwohnung nicht mehr möglich seien. Dies sei in Abstimmung mit dem Sicherheitsdienst des Bundeskanzleramts geschehen.

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