Berliner Charite
Ärzte-Streik an Europas größter Klinik

In Europas größtem Krankenhaus die die Ärzte im Ausstand: Bis auf die Beamten und eine Notbereitschaft haben die 2200 Mediziner des Klinikums am Montag die Arbeit niedergelegt. Sie protestieren damit vor allem gegen die überlangen Dienstzeiten.

HB BERLIN. Mit dem Ausstand an Europas größtem Universitätskrankenhaus reagieren Ärzte auf das Scheitern der Tarifverhandlungen. Zu dem Arbeitskampf hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund aufgerufen. Dessen Landesvorsitzender Matthias Albrecht sagte, eine Notfallversorgung bleibe aufrechterhalten, so dass nie alle Mediziner an den Protesten teilnehmen würden. Zudem dürfte ein Fünftel der 2200 Ärzte nicht streiken, weil sie Beamte seien. Der Ausstand solle bis Freitag fortgesetzt werden.

Die Ärzte verlangen von der Charite einen arztspezifischen Tarifvertrag. „Die überlangen Dienste müssen wegfallen, auch im Sinne des Patientenschutzes“, forderte Albrecht. Monatlich würden an der Charite 85 000 unbezahlte Überstunden erbracht. Dies sei nicht länger hinnehmbar. Zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen gehörten auch eine strukturelle Weiterbildung und längere Laufzeiten für Arbeitszeitverträge.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte die Ärzte bereits am Vorabend zur Mäßigung aufgerufen. In der ARD-Sendung „Sabine Christiansen“ erklärte die SPD-Politikerin, die Tarifverhandlungen sollten nicht mit Gehaltsforderungen von 30 Prozent mehr belastet werden. Hier müssten realistische Lösungen gefunden werden. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, verteidigte hingegen die Forderungen. Er begründete die Gehaltsforderungen mit „tatsächlichen Verlusten“, die die Krankenhausärzte in den vergangenen Jahren erlitten hätten. „Die Ärzte wollen nicht 30 Prozent nach oben, sondern von minus 30 Prozent wieder auf 100.

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