Berliner Flughafen Wowereits Stuhl in Berlin wackelt

Klaus Wowereit hat verkündet: Matthias Platzeck soll Aufsichtsratschef beim Berliner Flughafen werden. Doch da hat er die Rechnung ohne den Bund gemacht. Zudem steht auch Wowereits politisches Schicksal auf dem Spiel.
Update: 10.01.2013 - 04:25 Uhr 10 Kommentare
Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) macht die Flughafenaffäre zu schaffen. Quelle: dapd

Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) macht die Flughafenaffäre zu schaffen.

(Foto: dapd)

BerlinDer Widerstand gegen die Berufung des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) zum Aufsichtsratschef der Berliner Flughafen-Gesellschaft wächst. Nach Vorbehalten des Bundes sprachen sich nun auch führende Haushaltspolitiker der Union gegen die von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit bereits verkündete Personalie aus.

Die Berufung von Matthias Platzeck (SPD) in den BER-Aufsichtsrat wackelt. Quelle: dpa

Die Berufung von Matthias Platzeck (SPD) in den BER-Aufsichtsrat wackelt.

(Foto: dpa)

Auch im Haushaltsausschuss des Bundestags wird Kritik laut: „Dass eine Pfeife durch eine stellvertretende Pfeife im Aufsichtsrat ersetzt werden soll, erscheint in Anbetracht der prekären Lage wenig sinnvoll“, zitierte die Tageszeitung „Die Welt“ Vize-Ausschusschef Herbert Frankenhauser (CSU). Platzeck sei wie Wowereit von Anfang an in dem Kontrollgremium mit dabei gewesen.

FDP-Haushälter Otto Fricke wandte sich ebenfalls gegen den Brandenburger Regierungschef: „Auch Platzeck muss von dem Platz weg.“ Der Haushaltsausschuss dürfe nicht „nach jeder Verschiebung immer wieder Geld für dieses verkorkste Milliardenprojekt freigeben“. Der Haushaltsausschuss muss die Finanzmittel billigen, die der Bund als Anteilseigner des Großflughafens BER benötigt.

Auch die FDP-Fraktionsgeschäftsführerin Claudia Winterstein sprach sich gegen die Rochade zwischen Wowereit und Platzeck aus. Statt Platzeck müsse ein ausgewiesener Fachmann den Posten übernehmen, forderte sie im gleichen Blatt.

Hauptgesellschafter des Flughafens sind die Länder Berlin und Brandenburg mit jeweils 37 Prozent, der Bund hält 26 Prozent. Theoretisch könnten die beiden Länder mit ihrer Mehrheit im Aufsichtsrat ihren Kandidaten durchsetzen.

Schon am Mittwoch hatte der Bund signalisiert, dass eine Zustimmung für Platzeck keinesfalls sicher sei. Über die Personalie werde bei der Aufsichtsratssitzung in der kommenden Woche entschieden, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums lediglich.

Hintergrund ist Koalitionskreisen zufolge Uneinigkeit im Kabinett. Das Finanzressort plädiert demnach intern für einen unabhängigen Fachmann, das Verkehrsministerium würde Platzeck mittragen. Kanzlerin Angela Merkel ließ über ihren Sprecher mitteilen, sie sei über die Meldungen von der Baustelle des Flughafens beunruhigt.

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10 Kommentare zu "Berliner Flughafen: Wowereits Bürgermeisterstuhl wackelt"

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  • Die Grünen wittern ihre Chance doch endlich noch dran zu kommen, nachdem frau Künast ja verlorgen hatte.
    Aber glaubt denn wirklich jemand, die machen es anders?
    Die sind doch alle der gleich dicke Mist-Brei.
    Alle in einen Topf, einmal umrühren und man hat einen ungenießbaren Eintopf

  • @black

    Unsere Politiker brauchen keinen 72-Stundentag. Die nehmen nur das Geld für derartige Posten, aber an den Sitzungen nehmen sie nur ab und zu teil.
    Siehe die Abwesenheitsquote unseres Peer bei den Aufsichtsratssitzungen von ThyssenKrupp.

  • Politik-Theater - getragen von GEZ-TV und System-Presse als tägliche Wasserträger der "Alt-Parteien-Dekadenz".

    "... Vielleicht sollte man die ganze Angelegenheit etwas nüchterner und ehrlicher betrachten. Der Spaß kostet keine 4 Euro im Monat, sondern 17,98 Euro, er stärkt auch nicht die Demokratie, sondern sichert einigen Tausend Leuten ihren Arbeitsplatz und macht einige Dutzend von ihnen zu Millionären. Außerdem ist ein staatsnahes Fernsehen auch im Interesse der Politik, weil es besser zu kontrollieren ist als reines Privatfernsehen. ..."

    http://boess.welt.de/2013/01/09/demokratie-fur-1789-euro/

  • Wowereit ist das Berliner Symbol für Gleichgültigkeit, Inkompetenz, Faulheit und Aussitzen. In der freien Wirtschaft würde er nirgendwo einen Job bekommen und von der Arge zu einem 1-EURO-Job verdonnert, damit er lernt - was arbeiten bedeutet ...

  • Der Flughafen sollte den Namen von Herrn Wowereit tragen. Damit auch künftige Generationen noch wissen, wem sie dieses Desaster zu verdanken haben.

  • Ich weiss ohnehin nicht warum ein regierender Bürgermeister in einen Aufsichtsrat eines Flughafens muss.
    Die Fachkompetenz dürfte kaum einen Ausschlag geben; aber unsere verantwortlichen Politiker sind ja alle Intelligenz-und Organisationsbestien...eben noch Gesundheitsminister, nächsten Tag Wirtschaftsminister und nebenher noch ´n paar Aufsichtsratsmandate.

    Ich glaube bei denen hat ein Tag 72 Stunden. Kein Wunder das soviel Scheisse fabriziert wird.

    Wann die Vergütungen gezahlt werden wissen wohl alle; ansonsten nur " Bahnhof Koffer klauen; Inhalt stehen lassen. "

  • Von Wowi kann man nicht erwarten, daß er einsieht, daß er Mist gebaut hat. Politiker haben eher Altersstarrsinn als Einsicht.

    Deswegen jetzt Danke.
    Und ab ins Heim mit ihm.

  • Der Fisch fängt anam Kopf zu stinken.
    Fazit: Wowereit sollte abtreten, aber nicht nur er, sondern all die unfähigen Planer und Aufsichtspersonen,und dazu noch verantwortlich gemacht werden für die Milliardenverluste.
    Zuerst das Berlin Flughafendeseaster, Hamburger Elbphilharmonie und dann?
    Sicherlich dasselbe Spiel mit Milliardenverlusten mit dem Stuttgarter Bahnhof.
    Deutschland macht sich lächerlich!

  • Wowereit ist schon länger nicht mehr tragbar für Berlin. Die Banker werden gebrandmarkt bei Milliardenverlusten und die Politiker dürfen machen was sie wollen. Berlin und auch Bremen werden durch den Länderfinanzausgleich gefüttert. Es ist unglaublich das hier nicht eingeschritten wird.

  • Verschwinde und das ist auch sehr gut so!

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