Berliner Pannen-Flughafen
Merkel wünscht Mehdorn Glück

Dass Mehdorn den neuen Berliner Flughafen retten soll, stößt in der Politik auf ein geteiltes Echo. Die Hoffnung einiger ist, dass es ihm gelingt, den zerstrittenen Aufsichtsrat zu bändigen und das Projekt zum Erfolg zu führen.
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BerlinDer frühere Bahn- und Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn soll das Pannenprojekt Berliner Hauptstadtflughafen BER wieder auf Kurs bringen. Wie er das anstellen will, ist noch eine unbeantwortete Frage. Denn schon kurz nachdem Bundesverkehrsminister Peter Raumsauer (CSU) die Entscheidung der drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund mitteilte, deuteten sich schon erste Konfliktlinien an.

So machte Mehdorn deutlich, dass er ein strengeres Nachtflugverbot ablehnt. Damit stellt er sich gegen Aufsichtsrats-Chef Matthias Platzeck (SPD), der angekündigt hatte, sich als Brandenburgs Ministerpräsident für mehr Nachtruhe am Flughafen einzusetzen. Er will das bisher geplante Flugverbot auf die Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr ausdehnen. „Ich bin kein Freund von dieser Einschränkung“, sagte dagegen Mehdorn. Er wolle „sehen, ob es nicht andere Kompromisslinien gibt“. In anderen Hauptstädten gebe es auch keine Restriktion der Flugzeiten - Berlin müsse sich an diese internationalen Standards gewöhnen. Ein strengeres Nachtflugverbot sei schlecht für Flughafen und Standort, sagte Mehdorn.

Auch mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) dürfte es Mehdorn nicht einfach haben. „In der Tat hat er (Mehdorn) Ecken und Kanten, und die werden wir ihm auch nicht mehr abschleifen, nehme ich an“, sagte Wowereit. Es werde Spannungen geben, aber die seien dann immer produktiv. Der Berliner Regierungschef hatte mit Mehdorn in der Vergangenheit gelegentlich Differenzen. Wowereit hob hervor, Mehdorn habe die volle Unterstützung der drei Flughafen-Eigentümer Bund, Berlin und Brandenburg. Zwischen den Gesellschaftern hatte es in den vergangenen Wochen Querelen gegeben.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Mehdorn-Berufung zu sehen. Nicht überschwänglich, sondern nüchtern erklärte Merkel, dass Mehdorn eine komplexe Aufgabe übernehme, die einer allein nicht schaffen werde. Nun müsse im Sinne einer guten Projektsteuerung alles auf den Tisch kommen, was verbessert werden muss. „Und ich kann nur jedem, der an den Projekt mitarbeitet, eine glückliche Hand wünschen.“

Der Vize-Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion und Chef der Berliner Liberalen, Martin Lindner, lobt die Personalentscheidung. „Ich schätze Herrn Mehdorn sehr. Er ist ein guter Sanierer, der jetzt hoffentlich Schluss macht mit dem roten Affentheater von Berlin und Brandenburg“, sagte Lindner Handelsblatt Online. Es gehe jetzt darum, den Flughafen erfolgreich zu Ende zu bauen. „Da ist einer mit dem Charisma und der Unabhängigkeit Mehdorns genau der Richtige.“

Der Ex-Bahnchef lasse sich von der Politik nicht den Schneid abkaufen. „Meine Hoffnung ist, dass er Klartext redet und den Schlafmützen Wowereit und Platzeck klipp und klar sagt, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen“, sagte Lindner. „Mehdorn sollte in allen Belangen Tacheles reden, auch beim Thema Nachflugverbot.“ Lindner lobte in diesem Zusammenhang indirekt auch das Engagement von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). „Ich freue mich, dass der Bund hier offensichtlich seinen Einfluss geltend gemacht hat“, sagte er.

Lob kommt auch vom Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten Karl-Georg Wellmann. "Ich habe den Namen Mehdorn schon vor einem Jahr genannt. Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings durch sein Engagement bei Air Berlin gehindert", sagte Wellmann Handelsblatt Online. Mehdorn sei eine gute Wahl. "Er verfügt über die notwendigen Managementfähigkeiten und Durchsetzungskraft, um das festgefahrene Projekt BER endlich voran zu bringen."

Kommentare zu " Berliner Pannen-Flughafen: Merkel wünscht Mehdorn Glück"

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  • Wenn es nach den Grünen ginge, würden wir sowieso alle mit dem Fahrrad fahren und die sind ja sooooo leise.
    Herrn Medorn wünsche ich viel Erfolg, gleichzeitig soll er den ganzen blinden Fachidioten kräfzig in den verlngerten Rücken treten.

  • Meine 8jähr. Tochter könnte es besser als Mehdorn.

  • Diese Bestätigung, wenn sie denn richtig sei, die können Sie nicht unbedingt aus Heidelberg oder doch aus Wiesloch haben?

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