Berliner Wissenschaftler befragen Parlamentarier
Politiker: Medien sind schuld an unserem schlechten Image

Die Medien sind in den Augen der meisten Bundestagsabgeordneten im hohen Maße mitverantwortlich für den Vertrauensverlust zwischen Politik und Öffentlichkeit. Bei einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) stimmten 97  Prozent der befragten Parlamentarier einer entsprechenden Aussage zu.

HB BERLIN. Erst danach nannten 89  Prozent „überzogene Versprechungen von Politikern“ und die Tatsache, dass es den Wählern immer schwerer falle, „klare Unterschiede zwischen den Parteien zu erkennen“ (80  Prozent).

Erst auf Platz vier der Ursachen-Skala rangierten nach Meinung von 78  Prozent der Abgeordneten die „Affären und Skandale, in die Politiker verwickelt waren“. Den Vertrauensverlust hielten 83  Prozent für gefährlich für die zukünftige Entwicklung des politischen Systems in Deutschland. Fast 80  Prozent der Abgeordneten nahmen an, dass die Bürger heute weniger Vertrauen in Politiker und Parteien haben als vor 15 bis 20 Jahren.

Nach Einschätzung des WZB- Politikwissenschaftlers Bernhard Weßels waren sich die Befragten im Klaren, dass verlorenes Vertrauen nur schwer wieder gewonnen werden könne. An der schriftlichen Umfrage beteiligten sich 205 Abgeordnete, ein gutes Drittel des Parlaments. Die Parteianteile entsprachen laut WZB der Verteilung im Bundestag.

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