Bernd Lucke
„Die AfD teilt viele Pegida-Forderungen“

Das „Pegida“-Bündnis geht seit Wochen gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße. AfD-Chef Lucke findet das richtig. Die Kritik der etablierten Parteien an der Bewegung hält er für ein Armutszeugnis.
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BerlinDer Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, unterstützt größtenteils die Forderungen der Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ („Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes“). „Dass Pegida sich gegen Ausprägungen des Islam wendet, die frauenfeindlich oder gewaltbereit sind, hält die AfD für richtig. Auch viele andere Forderungen von Pegida werden von der AfD geteilt“, sagte Lucke dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Lucke nannte die Integration muslimischer Zuwanderer, die Hilfe und Aufnahme von Kriegsflüchtlingen, eine menschenwürdige Behandlung von Asylbewerbern sowie die Abschiebung von ausländischen Straftätern.

Scharfe Kritik äußerte Lucke am Umgang der etablierten Parteien mit der neuen islamfeindlichen Bewegung. „Dass die Politiker der Altparteien und viele Medien reflexhaft Pegida ablehnen, ohne sich ernsthaft mit den Forderungen der Demonstranten zu befassen, ist ein Armutszeugnis“, sagte der AfD-Chef. Lucke stellte zugleich klar, dass es in der AfD-Führung keinen Streit über Pegida gebe. Parteivize Henkel hatte zuvor Mitgliedern der AfD von einer Teilnahme an diesen Demonstrationen abgeraten und dies damit begründet, dass die „Pegida“-Proteste einen „ausländerfeindlichen oder gar rassistischen Beigeschmack bekommen“ könnten.

Lucke sagte dazu: „Es hat anfänglich Irritationen gegeben, weil der unglücklich gewählte Name der Bewegung zu Befürchtungen führte, dass Pegida fremdenfeindlich und antiislamisch ausgerichtet sein könnte. Das wäre für die AfD inakzeptabel.“ Tatsächlich aber bejahe „Pegida“ ausdrücklich das Zusammenleben mit integrationswilligen Muslimen. „Die AfD ist sich einig, dass Pegida sich klar von rechtsextremen Mitläufern distanzieren und eindeutig für Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Religionsfreiheit einstehen muss“, betonte Lucke und fügte hinzu: „Mit der Veröffentlichung ihres Positionspapiers hat Pegida einen großen Schritt in diese Richtung getan.“

Das Thema beschäftigt heute auch die Innenminister der Länder bei ihrer Herbstkonferenz in Köln. Bei dem zweitägigen Treffen soll vor allem über islamistischen Terror und Gefahren durch den Salafismus gesprochen werden. Die Konferenz, zu der am Abend auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kommt, befasst sich zudem mit der neuen Formation „Hooligans gegen Salafisten“ („Hogesa“). Bei einem Aufmarsch der Gruppierung mit Rechtsextremisten, Hooligans und Schlägern war es im Oktober in Köln zu Ausschreitungen mit fast 50 verletzen Polizisten gekommen. Auf der Agenda stehen auch die Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ sowie Krawalle beim Fußball.

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NRW-Minister nennt Pegida „Neonazis in Nadelstreifen“

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  • Und wer tut das? Wer schreibt Ihnen vor, was Sie sagen sollen? Wenn Sie damit mich meinen, dann haben Sie meinen Beitrag nicht richtig gelesen. Ganz im Gegenteil. Was immer Sie meinen wollen zu müssen, oder so. Ist Ihr Ding. Keiner hat was dagegen. Und wieso Keule? Wo war die Keule? Ich habe keine geschwungen. War da noch ein dritter da? Tut mir leid, den habe ich nicht gesehen.

    Also insgesamt scheinen wir ja einer Meinung zu sein. Und damit ein wunderschönes Wochenende.

  • Na prima,
    gut aus gleichgeschalteten Medien gelernt !!
    Sofort ist wieder die "Keule" da, ob richtig oder falsch, aber sie wirkt offensichtlich immer.
    Ich bin weder NAZI noch AfD Mitglied, gehe auch nicht auf die Straße, weder für diese noch die andere Seite.
    Ich möchte mir nur nicht vorschreiben lassen, wen ich mögen muss.

  • Lieber Herr Weber,

    dass was Sie mir geantwortet haben ist, gelinde gesagt, Demagogie. Natürlich dürfen Sie Ihre Meinung, selbst eine rechtsextreme, haben und dafür auch auf die Strasse gehen. Niemand spricht Ihnen dieses Recht ab. Aber ich darf mich dann doch darüber wundern und auch ärgern, wie viele Menschen dieses Geistes sind bzw. wie viele einer offensichtlich falschen Propaganda zur Islamisierung hinterherlaufen. Wozu eine solche Einstellung führt haben wir 1939 gesehen.

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