Bertelsmann Stiftung
„Deutschland braucht mehr qualifizierte Zuwanderung“

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hat eine Debatte über den Nutzen von Zuwanderung losgetreten. Im Handelsblatt-Interview erklärt der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger, warum Deutschland von Einwanderung profitiert.
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Herr Dr. Dräger, Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hat vor einigen Tagen eine Debatte entfacht mit der Behauptung, Migranten seien für den Staat ein Verlustgeschäft, wenn man ihre ökonomische Bilanz betrachte. 1800 Euro koste jeder Einwanderer den Staat mehr, als das er einbringe. Können Sie den Applaus, den er dafür bekam, nachvollziehen?
Jörg Dräger: Herr Sinn bedient hier leider ein falsches Vorurteil. Umfragen zufolge glauben viele Menschen, Zuwanderung belaste die Sozialsysteme.

Bisher waren wir eigentlich vom Gegenteil ausgegangen: Migranten bringen nicht nur fremde Kultur und ferne Speisen – sondern auch ein netto Plus für die Sozialkassen.
Das ist auch so: Im Jahr 2012 haben die in Deutschland lebenden Ausländer 22 Milliarden Euro mehr in die Sozialsysteme eingezahlt als herausbekommen. Das stellt Herr Sinn auch nicht in Frage.

Sinns Grundlage ist eine Studie des Arbeitsmarktforschers Holger Bonin für die Bertelsmann Stiftung. Der hatte zwar errechnet, dass jeder Zuwanderer netto 3300 Euro einbrächte – laut Sinn jedoch dabei vergessen zu berechnen, dass jeder Migrant nicht nur individuelle Kosten verursache, sondern auch höhere Allgemeinausgaben, etwa für Straßenbau, öffentliche Sicherheit etc. Beziehe man diesem mit ein, sagt Sinn, käme man am Ende auf ein Minus. Was ist daran falsch?
Das hat Herr Bonin nicht vergessen, denn er tut in seiner Studie beides: Zum einen vergleicht er jene Staatsausgaben und -einnahmen, die man einzelnen Personen zuordnen kann. Er addiert für das Jahr 2012 die persönlich gezahlten Steuern und Abgaben und zieht Kosten für Bildung, Arbeitslosigkeit, Renten oder Krankheit ab. Dabei kommt unter dem Strich ein Plus für die Staatskasse heraus. Zum anderen rechnet Herr Bonin zu den Kosten auch alle weiteren öffentlichen Aufwendungen hinzu: etwa für Straßenbau, Behörden, Bundeswehr und Schuldendienst.

Und was kommt dabei heraus?
Mit diesen Allgemeinausgaben kommt unter dem Strich ein Minus für die Staatskasse heraus. Das gilt – in deutlich geringerem Umfang – allerdings auch für jeden Deutschen. Daraus zu schlussfolgern, jedes neugeborene deutsche Kind sei für den Staat ein Verlustgeschäft, wäre fiskalisch korrekt, aber natürlich absurd. Vielmehr zeigt diese Rechnung: Der deutsche Staat gibt schlicht mehr aus als er einnimmt. Und: Deutschland braucht mehr qualifizierte Zuwanderung, wenn Zuwanderer mithelfen sollen, das Staatsdefizit abzubauen.

Kommentare zu " Bertelsmann Stiftung: „Deutschland braucht mehr qualifizierte Zuwanderung“"

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  • Wir brauchen die qualifizierte Zuwanderung? Warum wollen wir nur unausgebildete Kräfte, die auf unsere Kosten Leben? Warum wollen wir nur Sklavenlöhner und islamisten? Warum wollen unsere Politiker den Bürgerkrieg von diesen erfahrenen Personen? Warum wollen wir Tote in Polen z.B., da dort keine Pflegekräfte mehr sein dürfen?

  • Die "Denkfabrik" meldet sich wieder !

    Was machen wir mit den deutschen hochqualifizierten Arbeitslosen und HartzIV-Empfängern ?

    Zu teuer ? Zu Alt ?

    Was machen wir mit den zukünftigen Arbeitnehmern, die durch die Robotertechnik und Digitalisierung "frei" werden ???

    WER denkt darüber mal nach ?

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