Bertelsmann Stiftung Kitas fehlen 120.000 Erzieher

Mehr Kita-Plätze gibt es inzwischen. An der Qualität hapert es aber, sagt eine Studie. Die Autoren fordern mehr Erzieher, doch der Preis wäre hoch: Fünf Milliarden Euro zusätzlich würde das pro Jahr kosten.
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Erzieherinnen frühstücken mit den Krippen-Kindern: Für eine pädagogisch sinnvolle Betreuung fordert die Bertelsmann Stiftung, dass bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich ist. Quelle: dpa

Erzieherinnen frühstücken mit den Krippen-Kindern: Für eine pädagogisch sinnvolle Betreuung fordert die Bertelsmann Stiftung, dass bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich ist.

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GüterslohFür eine hochwertige frühkindliche Bildung benötigen die Kitas in Deutschland einer Studie zufolge 120 000 zusätzliche Erzieherinnen. Das würde jährlich fünf Milliarden Euro kosten und die Personalaufwendungen in dem Bereich um ein Drittel erhöhen, hat die Bertelsmann Stiftung berechnet.

Die am Freitag veröffentlichte Analyse belegt außerdem ein starkes West-Ost-Gefälle beim Personalschlüssel. Darum müsse es bundesweit geltende Qualitätsstandards im Bundes-Kita-Gesetz geben, forderte Jörg Dräger vom Stiftungsvorstand.

Der Analyse zufolge muss sich in Ostdeutschland rechnerisch eine Erzieherin um 6,3 Krippenkinder kümmern. Im Westen kommen im Durchschnitt 3,8 Kinder auf eine Erzieherin. In Bremen und Baden-Württemberg ist eine Erzieherin durchschnittlich für drei Kinder zuständig, in Sachsen-Anhalt hingegen für mehr als sechs Kinder.

Ähnlich groß sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern auch in Kitas für Kinder ab drei Jahren. Hier liegt der Personalschlüssel im Westen bei 1 zu 9,1 und im Osten bei 1 zu 12,7. Vorzeigeländer sind erneut Bremen (1 zu 7,7) und Baden-Württemberg (1 zu 8). Am anderen Ende steht Mecklenburg-Vorpommern (1 zu 14,9).

In der Praxis sei das Betreuungsverhältnis sogar noch ungünstiger, hieß es. Tatsächlich könne eine Erzieherin nur 75 Prozent ihrer Zeit für die Kinder aufwenden, der Rest entfalle auf Teamgespräche, Fortbildung und Urlaub. Damit betreue eine Erzieherin im Osten also mindestens acht und im Westen fünf Krippenkinder.

Für eine kindgerechte und pädagogisch sinnvolle Betreuung fordert die Stiftung, dass bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich ist. Für die Altersgruppe ab drei Jahren sollte der Personalschlüssel nicht schlechter als 1 zu 7,5 sein. „Politik und Praxis sollten sich auf bundesweite kindgerechte Standards einigen, damit alle Kita-Kinder in Deutschland gute Bildungschancen haben“, sagte Dräger.

Seit 1. August 2013 haben Eltern von unter Dreijährigen einen Rechtsanspruch auf ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot - entweder in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Es fehlen aber trotz Zuwachses vor allem im Westen in den vergangenen Jahren noch Plätze. Zum 1. März 2014 stand für knapp 662 000 Kinder unter drei Jahren ein Platz zur Verfügung. Das waren 32,5 Prozent der Kleinkinder in diesem Alter. Ursprünglich sollte es bis Inkrafttreten des Rechtsanspruchs 750 000 Betreuungsangebote geben.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Bertelsmann Stiftung: Kitas fehlen 120.000 Erzieher"

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  • Bei 90 bis 95 % der Kinder im Kindergartenalter können Sie heute davon ausgehen, aus denen wird nichts. Unsere Gsellschaft ist einfach zu degeneriert, dekadent, destruktiv.

    Doch Erzieherinnen haben meinen Respekt. Sie können vielleicht noch Schadensbegrenzung betreiben.

  • so ein Quatsch!
    Angeblich soll ja eine Erzieherin maximal 3 Kinder betreuen. Das bedeutet bei unseren Ein-Kind-Familien dass jede dritte berufstätige Mutter Kindergärtnerrin sein müsste.
    von den anderen muss dann die Hälfte Altenpflegerin werden, der Rest wird Köchin, Putzfrau, Lehrerin, Krankenschwester, arbeitet in der Wäscherei oder schneidet Haare.
    Seltsam - meine Großmutter hatte insgesamt 17 Kinder und war das alles in einer Person. Dafür hatten die Kinder rund um die Uhr ihre Mutter in der Nähe, bekamen selbst gemachtes frisches Essen und wuchsen alle! zu gesunden Menschen heran die so einiges im Leben geleistet haben.
    Wir verteilen die arbeit der Mütter auf viele Frauen - der "Emanzipation" zuliebe - auf der Strecke bleiben die Kinder. Die lernen erst gar nicht eine intakte Familie in der man für einander da ist kennen - dafür kennen Sie mit 5 Jahren bereits ein halbes Dutzend verschiedene Betreuer/innen.
    Urvertrauen - was ist das?

    Was glaubt ihr eigentlich was in 25 Jahren von diesen Menschen zu erwarten ist?

  • Ds ist politisch gewollt. Kosten? Für unsere Kinder nie, dafür finanzieren wir lieber Raketen für die Hamas, damit es Tote Israelis gibt.

  • Die Ausbildung zur SPA und Erzieherin wird mickrig vergütet und wenn man noch die ganzen Krankheiten zuzählt die eine angehende Erzieherin im Hort mitmachen muss , ist
    der Job nur was für Berufene.

    Wenn dann noch auf Durchschnittlich 5-7 Kinder auf eine Erzieherin kommen , mit verschiedenen Essen wegen der Religionen , dann bleibt für eigene Kinder keine Zeit mehr .

  • Einkommensteuer abschaffen
    familienpoitische Leistungen streichen
    120.000 frei werdende Finanzbeamte m/w zu Erziehern m/w umerziehen und auf Kindererziehung einsetzen

    Da m. W. Finanzbeamte m/w im Schnitt ein höheres Gehalt haben als Erzieher m/w, können auf diese Weise durch entsprechende Gehaltsabsenkung sogar noch Personalkosten gespart werden.

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