Bertelsmann-Studie Wie populistisch sind die Deutschen?

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat die Frage untersucht. Die Partei mit den unpopulistischen Wählern ist demnach die CDU. Tendenzen gebe es hingegen bei der SPD.
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Populismus hänge laut Studie zum großen Teil mit der Bildung zusammen. Quelle: dpa
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Populismus hänge laut Studie zum großen Teil mit der Bildung zusammen.

(Foto: dpa)

GüterslohWeniger als ein Drittel der wahlberechtigten Deutschen vertreten laut einer Studie populistische Ansichten. Diese fallen aber eher moderat und nicht radikal aus, wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung heißt. „Sie lehnen die Institutionen der Demokratie oder der EU nicht grundsätzlich ab, sondern kritisieren ihr Funktionieren“, schreiben die Autoren in ihrem Fazit. Außerdem seien populistische Positionen für die große Mehrheit aller Wahlberechtigten nicht wahlentscheidend.

„Von einer „Stunde der Populisten“ ist das politische Klima vor der Bundestagswahl weit entfernt“, sagt Robert Vehrkamp, Demokratieexperte der Bertelsmann Stiftung. Er hat die Studie zusammen mit Christopher Wratil von der Universität Köln geschrieben. Die Befragten sollten bei acht Aussagen angeben, inwieweit sie diesen zustimmten. Dabei ging es unter anderem um die Annahme eines allgemeinen Volkswillens und um Kritik am politischen Establishment.

CDU erntet Spott für #fedidwgugl
#fedidwgugl
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CDU-Chefin Angela Merkel will mit schwarz-rot-goldenen Farbenspielen und den Kernthemen Sicherheit, Arbeit und Familie zum vierten Mal Kanzlerin werden. „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“, lautet der Kernslogan. Um die Kampagne auch auf Twitter zu bewerben, nutzt die CDU den Hashtag #fedidwgugl. Twitter-Nutzer Pascal Grimm twitterte: „#fedidwgugl?! Die CDU weiß, wie man einen griffigen Hashtag für seine inhaltslose Kampagne erstellt!“

CDU
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Merkel selbst präsentiert den Kernsatz auf einem der Plakate vor schwarz-rot-goldenem Hintergrund lächelnd mit dunkelblauem Blazer und typischer Halskette aus schwarzen, rosafarbenen und türkisen Steinen.

Zu einem „Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“, gehören für die CDU vor allem Themen wie Sicherheit, Familie und Wirtschaft. Vor schwarz-rot-goldenem Hintergrund mit strahlender Familie oder beschäftigtem Handwerker stehen die Wahlsprüche der Christdemokraten. Wobei das Hashtag #fedidwgugl (Für Ein Deutschland, In Dem Wir Gut Und Gerne Leben) schon so einigen Spot auf sich zog. Es ist die erste politische Kampagne für die Marketing-Agentur Jung von Matt. Mit Merkel hatte Jung von Matt in der Vergangenheit allerdings schon mal Berührung - allerdings nur indirekt: Bei dem legendären Cabrio-Motiv für Sixt.

„Für Sicherheit und Ordnung“
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Alle Themen-Plakate spielen mit den deutschen Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold. Ein goldgelber Streifen liegt jeweils über einem roten auf einem schwarzen im Hintergrund.

Wirtschaft und Arbeit
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Die CDU sagt auf Twitter: „Wir setzen uns dafür ein, dass die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland stimmt, damit die Bürger sichere und gut bezahlte Arbeit haben.“ Twitter-Nutzer „Weltlage“ reagiert auf die Wahlplakate: „Typisch CDU: Kein Programm und keine Ideen haben, aber schon mal Plakate drucken.“

Respekt vor Familien
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Mit dem „frohen Farbenspiel dieser drei deutschen Farben“ wolle man zeigen, dass die CDU „ein aufgeklärter, ein offener, ein moderner Patriotismus leitet“, sagte Generalsekretär Peter Tauber. Mit dem Merkel-Plakat solle die Botschaft einer Kanzlerin verbreitet werden, die „Verlässlichkeit in unruhigen Zeiten verkörpert“ und „Lust auf Zukunft“ habe.

Europa-Schwerpunkt
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Einen besonderen Schwerpunkt legen die Christdemokraten auf Europa - erstmals gibt es laut Tauber ein eigenständiges europapolitisches Plakat, auf dem neben einer angedeuteten blauen Europaflagge das Motto „Europa stärken heißt Deutschland stärken.“ zu lesen ist.

Mit weniger als 20 Prozent sind unter den CDU-Anhängern der Studie zufolge die wenigsten Populisten. Die Wählerschaft der AfD dagegen ist demnach eindeutig rechtspopulistisch, die SPD in beiden Lagern etwa gleich stark vertreten.

Nach den Erkenntnissen der Stiftung gibt es beim Thema Populismus eine soziale Spaltung. Je geringer die Bildung und je niedriger das Einkommen ist, desto weiter verbreitet sind populistische Ansichten. Am stärksten trifft das auf die Gruppe mit Hauptschulabschluss und einem Monatseinkommen unterhalb von 1500 Euro zu.

„Populisten in Deutschland sind häufig enttäuschte Demokraten, aber keine radikalen Feinde der Demokratie. Im Vergleich zu den USA und Frankreich zeigt sich vor allem, dass in Deutschland die Kritik am politischen Establishment deutlich schwächer ausgeprägt ist“, sagt Studienautor Vehrkamp.

Radikale Positionen zögen beim Wähler nicht. Mehr als zwei Drittel der Wähler mit populistischen Einstellungen sind der Studie zufolge für die Mitgliedschaft in der EU, sogar 85 Prozent sind Demokratie-Unterstützer. Aber: Knapp 80 Prozent geht die Erweiterung der EU zu weit und etwas mehr als die Hälfte gibt an, die Demokratie funktioniere in Deutschland „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Bertelsmann-Studie: Wie populistisch sind die Deutschen?"

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  • Jede Studie kann man mit Fragen füllen , die ein Ergebnis zeigen , dass den Auftraggeber erfreut.

    Wenn ich dann lese , dass Deutsche gefragt wurden , stellt sich die Frage welche?

    Sind es Bio Deutsche sind es Neudeutsche sind es Doppelpass Deutsche z,B Türken mit Erdogan Gen? Es gibt keine echte Studie mehr in Deutschland , dazu
    müsste man sehr sorgfältig und in einer Grössenordnung mehr als 1000 Personen befragen. Erst ab 100 000 Personen quer durch Deutschland aller sogenannten Deutschen könnte wenn die Fragen nicht getürkt sind Erfolg bringen

  • Wenn ich den Namen Bertelsmannstiftung lese dann kann man davon ausgehen, dass die Studie aus einer sehr starken, linken Ideologie heraus entstanden ist.

    Die linke Ideologie wird ähnlich einer Religion bestimmt durch Denkverbote, unverrückbare Glaubenssätze. Fakten werden regelmässig an die eigenen Glaubenssätze angepasst. Die Fragestellung ist angepasst um dem eigenen Wunschdenken gerecht zu werden, bzw. keine unpassenden Ergebnisse zu generieren.

    Damit stellt sich die Frage welchen Wert die Studie hat, bzw. ob diese ausschliesslich der Beruhigung der eigenen Genossen dient.

    Mangels besseren Wissens vermute ich, dass der Deutsche hinsichtlich der Umvolkung zwischen dem eigenem Erleben und der Staatspropaganda hin- und hergerissen ist. Viele Mitmenschen verbieten sich eigene Gedankengänge um nicht Verbotenes zu denken. Die Zahlen der Umfrage werden vermutlich stark von der exakten Fragestellung und der täglichen Informationslage abhängen.

    Persönlich merke ich dies beispielsweise an der eigenen Tochter die in Deutschland zur Schule geht. Dort wird sie mit Staatspropaganda gefüllt. Am Wochenende wenn man sie bittet über das Eine, oder andere nachzudenken kommt sie von selber darauf dass sie der Agitation aufgesessen ist. Eine Jugendfreundin, CDU Parteimitglied, ist auch regelmässig mit Propagandaglaubenssätzen gefüllt...Wenn man Sie bittet nachzudenken, dann verweigert sie sich häufig die Gedanken zu Ende zu denken.

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