Bertelsmann-Umfrage
Mehrheit der Deutschen empfindet Islam als Bedrohung

Eine Mehrheit der Deutschen sieht im Islam eine Bedrohung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung. Der Zentralrat der Muslime sieht die schlimmsten Befürchtungen bestätigt.
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Gütersloh/BerlinDie meisten Deutschen sehen ihr Leben durch die Vielfalt der Religionen bereichert. In einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung sagten aber auch 51 Prozent, sie sähen im Islam eine Bedrohung. In Ostdeutschland, wo es kaum Muslime gibt, sind es sogar 57 Prozent, heißt es im „Religionsmonitor“ der Stiftung, der am Sonntag veröffentlicht wurde.

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, sieht die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Es gebe in Deutschland „einen strukturellen islamfeindlichen Boden“, sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Seit Jahren werde nicht ausreichend zwischen Islam und Extremismus unterschieden, kritisierte er. „Das führt zu Beklommenheit, die wiederum zu Angst und Fremdheit gegenüber der Religion führt, in einer Gesellschaft, die längst - und das deutet ja auch die Umfrage an - multi-kulturell und interreligiös ausgerichtet ist.“

Die Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, sieht in dem Votum vor allem Unkenntnis in Bezug auf den Islam: „Die Studie nährt den Eindruck, dass viele Menschen in Deutschland ein verzerrtes Bild vom Islam in unserem Land haben“, sagte er der „Welt“ (Montag). Vielfach würden Muslime in Deutschland mit „Phänomenen des muslimischen Extremismus aus anderen Weltgegenden oder mit der kleinen Minderheit der Salafisten und ihrer Sympathisanten“ identifiziert. Dagegen helfe nur beharrliche Überzeugungsarbeit, sagte Schneider.

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hatte 2010 mit seiner Äußerung, der Islam gehöre zu Deutschland, eine heftige Debatte ausgelöst. Die Studie zeigt nun: Die Hälfte der Bundesbürger lehnt die Aussage ab, dass der Islam in die westliche Welt passe. Das Judentum halten 19 Prozent der fast 2000 Befragten in Deutschland für eine Bedrohung.

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  • Es ist immer wieder das gleiche Schema. Tickt das Volk nicht so, wie es das politische Establishment will, ist es fehlgeleitet und muss belehrt werden. Aus den Umfrageergebnissen der Bertelsmann-Stiftung schließt der EKD-Ratsvorsitzende Schneider, dass mehr "Überzeugungsarbeit" geleistet werden müsse. Und die Forscher vermuten, dass weniger persönliche Erfahrungen als die Übernahme von Stereotypen über den Islam hinter dieser Haltung stecken. Wieder einmal wird das Problem weggedrückt und die notwendige Auseinandersetzung mit dem Islamismus rechten "Populisten" überlassen. Die Bürger sind klug genug, nicht alle muslimischen Mitbürger über einen Kamm zu scheren. Sie haben es jedoch leid, sich neben Kofferbomben und Ehrenmorden in ihrem ganz persönlichen Umfeld mit Forderungen nach Halal-Würstchen beim Schulfest, getrenntgeschlechtlichem Sportunterricht oder Straßengangs jugendlicher "Südländer" herumzuschlagen. Funktionäre wie Herr Mazyek tragen nicht zur Lösung des Problems bei.

  • Herr Mazyek gibt seit Jahren die gleichen Kommentare ab. Immer ist in erster Linie die "Mehrheitsgesellschaft" schuld und noch nie hat er eine ernstzunehmende Selbstkritik der Muslime an ihrer Religion angemahnt.

  • Die sog. Islamisten machen im Grunde das was auch schon der Religionsstifter Mohammed gemacht hat und wie es auch im Koran niedergeschrieben steht: Sie bekämpfen und unterdrücken die "Ungläubigen" (d.h. alle Nicht-Moslems), töten Homosxuelle; shlagen und diskrieminieren Frauen etc. Man schaue sich nur die Sitation im moslemischen Kernland Saudi-Arabien an, in dem zB. schon der blosse Besitz einer Bibel streng bestraft wird. Und das alles soll nichts mit dem Islam zu tun haben?für wie dumm hält man uns eigentlich?

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