Berufung gegen Urteil des Landgerichts Karlsruhe
Gläubiger geben sich im Flowtex-Prozess nicht geschlagen

Der Prozess um den betrügerischen Bankrott des Bohr-Unternehmens Flowtex geht in die nächste Runde. Auf der Anklagebank sitzt abermals der Staat.

STUTTGART. Die mehr als 100 Gläubiger des bankrotten Unternehmens hätten Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Karlsruhe eingelegt, teilte der Rechtsanwalt der Gläubigergruppe, Eberhard Braun, am Montag im badischen Achern mit. Die nächste Instanz müsse die widersprüchlichen Zeugenaussagen und die Beweismittel neu würdigen, begründete die Rechtsanwaltskanzlei die Berufung.

Das Landgericht hatte Ende Juli eine Schadenersatzklage der Gläubiger gegen das Land Baden-Württemberg über 1,1 Milliarden Euro abgewiesen. Das Gericht hatte den Gläubigern Schadenersatz verweigert, weil nicht erwiesen sei, dass das Land bereits 1996 durch einen Betriebsprüfer des Finanzamtes vom betrügerischen Vorgehen des Unternehmens wusste.

Die Ettlinger Firma Flowtex hatte jahrelang nicht vorhandene Bohrsysteme an Banken, Sparkassen und Leasingfirmen verkauft und zurückgemietet. Der Betrug flog erst Anfang 2000 auf. Bis dahin hatten die inzwischen zu langen Haftstrafen verurteilten Manfred Schmider und Klaus Kleiser einen Gesamtschaden von rund zwei Milliarden Euro verursacht.

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