Bessere Chancen
Ausländische Abschlüsse werden aufgewertet

Zuwanderer mit ausländischen Abschlüssen haben bald bessere Chancen in Deutschland: Ihre Ausbildungen und Studien sollen nach einheitlichen Maßstäben anerkannt werden. Damit ersparen sich die Migranten oft jahrelanges Hick-Hack - und Deutschland sichert sich einen wichtigen Ausweg aus dem Fachkräftemangel.
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HB BERLIN. Nach jahrelangem Ringen sollen hunderttausende Zuwanderer bald eine Anerkennung ihrer Abschlüsse und somit einen Zugang zu besseren Jobs erhalten. Eckpunkte für ein Anerkennungsgesetz sollten am 9. Dezember ins Kabinett eingebracht werden, sagte ein Sprecher des Bundesbildungsministeriums am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Die Opposition macht Druck für ein einfaches und zügiges Prozedere bei ausländischen Hochschul- und Berufsabschlüssen.

"Mit den Eckpunkten sollen für die im Ausland erworbenen Qualifikationen im Bereich der beruflichen Bildung möglichst transparente und einheitliche Verfahren geschaffen werden", sagte der Sprecher. 2010 solle zügig ein Gesetzentwurf vorgelegt werden. "Wir brauchen endlich für alle Personen mit ausländischen Qualifikationen einen Rechtsanspruch auf ein leicht zugängliches, transparentes und schnelles Anerkennungsverfahren", sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Krista Sager, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Anträge der Grünen, der Linken und der SPD stehen an diesem Donnerstag auf der Tagesordnung des Bundestags.

Rund 2,8 Millionen Zuwanderer hätten einen akademischen oder beruflichen Abschluss, darunter seien 800 000 akademische Abschlüsse, heißt es in dem Grünen-Antrag. Viele dieser Abschlüsse würden hierzulande aber nicht anerkannt. Bei dem Thema herrschte in der großen Koalition jahrelang Stillstand. Schon allein wegen des Fachkräftemangels sei es nötig, das Potenzial zu nutzen, fordern die Grünen.

Das Anerkennungsverfahren müsse in sechs Monaten abgeschlossen sein, verlangen die Grünen. Bundeseinheitliche Standards seien nötig. Bundesweit müssten Anlaufstellen eingerichtet werden, um Antragsteller zu informieren. Für Menschen, deren Abschlüsse nur teilweise anerkannt wurden, müssten bessere Angebote zur nachträglichen Qualifikation gemacht werden. Mehr als die Hälfte der zugewanderten Erwerbstätigen mit ausländischem akademischem Abschluss sei unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt, so die Grünen unter Berufung auf das Arbeitsministerium. "Diese Zahlen deuten die quantitative Dimension des Problems allerdings nur an." Aussagekräftige Zahlen gebe es nicht.

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  • Wie man bei 6-8 Mio mehr oder weniger verdeckten Arbeitslosen in allen bildungsschichten von Fachkräftemangel sprechen kann ist mir ein Rätsel.
    Wo gibt es denn diesen Fachkräftemangel?
    Wir haben doch die vielgelobte Marktwirtschaft. Wenn unzählige Stellen unbesetzt bleiben - vielleicht sind die Einkommen zu niedrig? Dann mußten doch durch die Kräfte des Marktes diese Löhne und Gehälter steigen, oder?
    Und wozu braucht man dann noch das Amt "Arbeitsagentur", wenn die Stellenvermittlung nichtmal mehr funktioniert?

    Vielleicht könnte das Hb mal informieren, wo diese unzähligen Stellen warten?

    Möglicherweise geht aus auch nur darum, billige Arbeitskräfte anzuheuern, denn die eigene bevölkerung muß von ihrem Einkommen hier leben!!!

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