Bessere Honorierung beim Zahnarzt
Neuer Privat-Tarif für Nichtversicherte

Ehemalige Privatpatienten und Nichtversicherte können zu günstigen Konditionen in die private Krankenversicherung wechseln. Der Leistungskatalog entspricht dem der gesetzlichen Versicherung. Doch noch ist das Interesse verhalten: Bei den Versicherern gingen bisher nur 2 200 Anfragen ein.

BERLIN. Seit 1. Juli können Privatpatienten, die ihren Versicherungsschutz verloren haben, zu günstigen Konditionen in die private Krankenversicherung (PKV) zurückkehren. Auch nicht versicherten Selbstständigen steht der Weg in den neuen Standardtarif offen, den die rund 40 Privatkassen jedem Antragsteller anbieten müssen.

Der Leistungskatalog im neuen Tarif entspricht dem der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Höhe des Beitrags ist vom Alter und Geschlecht des Versicherten abhängig. Jedoch dürfen die Unternehmen anders als beim klassischenVollversicherungsprodukt der PKV keine Risikozuschläge wegen Vorerkrankungen oder höherer gesundheitlicher Risiken verlangen.

Besonders attraktiv für die Versicherten ist die Begrenzung des Standardtarifbeitrags. Er darf nicht höher sein als der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit rund 500 Euro. Wer finanziell hilfebedürftig nach dem Sozialgesetzbuch ist, für den ermäßigt sich der Beitrag zudem um 50 Prozent. Wer sich auch diesen Beitrag nicht leisten kann, erhält einen Zuschuss von seinem Jobcenter oder dem Sozialamt.

Auch die Honorare sind besser als beim alten Standardtarif, der bereits in der Vergangenheit älteren PKV-Versicherten offen stand, denen die Prämie in ihrer alten Versicherung zu teuer geworden war. So liegen die Honorare für zahnärztliche Leistungen fast 18 Prozent höher. Bei den ärztlichen Leistungen sieht der Gesetzgeber immerhin ein Plus von rund sechs Prozent vor. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) geht deshalb davon aus, dass der modifizierte Standardtarif auch von den Ärzten angenommen wird. Beim alten Standardtarif hatte es immer wieder Klagen gegeben, dass die Mediziner von den Patienten Zuzahlungen verlangten, weil sie die von den Privatkassen gezahlten Honorare als niedrig betrachteten.

Zwar erhalten Ärtze für die Behandlung von Standardversicherten weniger Honorar als für privat Vollversicherte. Aber im Vergleich zu gesetzlich Versicherten sind solche Patienten attraktiver – denn in der PKV gibt es keine Budgetierung. Dies bedeutet, dass jede Leistung mit dem vollen Gebührensatz vergütet wird. Dagegen erhalten die Ärzte für jeden gesetzlich Versicherten pro Quartal eine in der Höhe begrenzte Summe und müssen gelegentlich Leistungen vor allem gegen Ende eines Quartals de facto kostenlos erbringen.

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