„Besserwisserei“
SPD-Finanzexperte kanzelt Köhler ab

Der SPD-Finanzexperte Joachim Poß gilt gemeinhin als besonnener Parlamentarier, der seine Worte wägt und es durch seine ständige Präsenz in den Medien auch gar nicht nötig hat, mit Hinterbänkler-Geschrei auf sich aufmerksam zu machen. Nun dürfte Poß aber über die Stränge geschlagen haben.

HB BERLIN. Poß kommentierte am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin Anmerkungen von Bundespräsident Horst Köhler und Bundesbank-Präsident Axel Weber zur Finanzpolitik der großen Koalition mit den Worten: „Wir haben ja auch so eine Koalition der Besserwisser ... vom Bundespräsidenten bis zum Bundesbankpräsidenten“. Da würden der Regierung Rezepte empfohlen, „die uns in der konkreten Wirklichkeit, in der politischen Realität nicht helfen“.

Köhler hat die Regierung zu entschiedeneren Reformanstrengungen gemahnt. Bundesbank-Präsident Weber hatte am Vortag erneut die Auffassung vertreten, die Regierung solle bei der Konsolidierung des Haushalts stärker auf Ausgabensenkungen setzen.

Der Bundespräsident ist studierter Volkswirt und war vor seiner Wahl Geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF). Auch Bankpräsident Weber studierte Volkswirtschaftslehre, lehrte jahrelang als Universitätsprofessor und gehörte dem Sachverständigenrat („Wirtschaftsweise“) an. SPD-Experte Poß hat einen Realschulabschluss und studierte nie.

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