Besuch am Golf
Steinmeier und die zögernden Scheichs

Auf seinem Besuch in der Golfregionen reiht sich der Außenminster in die Reihe westlicher Politiker ein, die um Unterstützung in der Finanzkrise bitten. Denn neben Öl haben die Scheichs vor allem reichlich Kapital.

RIAD/ABU DHABI. Es ist eine Begegnung der anderen Art. Als Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in der saudischen Hauptstadt Riad eintrifft, ist sein Denken noch geprägt von den schwierigen Debatten über die Rettungspläne zur Finanzkrise. Zudem hat er mit Pakistan gerade auch noch ein Land besucht, das kurz vor dem finanziellen Kollaps steht.

Doch in Riad läuft die Wirtschaft. Die Kräne schießen weiter gen Himmel. Und wer immer hier Steinmeier als Gesprächspartner gegenüber sitzt, vermittelt vor allem eine demonstrative Botschaft: Mögen sich die gebeutelten Europäer und Amerikaner über die gigantische Geldverbrennung an der Wall Street und den europäischen Börsen die Haare raufen - uns geht es gut. Die Investitionspläne für 2009 will die saudische Regierung nicht korrigieren. Kein Wunder: Denn haben sich europäische Banken mit faulen Krediten in dreistelliger Milliardenhöhe vollgesogen, ist es am Golf nur ein vergleichsweise kleiner einstelliger Milliarden-Betrag.

Kein Wunder auch, dass sich die Tonlage der Besuche ändert. Schon seit einigen Jahren zwar kommen Bundespolitiker verstärkt als Handlungsreisende, um für große Investitionsaufträge für die deutsche Industrie zu werben. Aber nun reiht sich Steinmeier in die Reihe westlicher Politiker ein, die als echte Bittsteller an den Golf reisen. Denn die Scheichs verfügen nicht nur über Öl, sondern auch über einen anderen, für das Funktionieren der westlichen Volkswirtschaften derzeit dringend benötigen Schmierstoff - Kapital. Gerade war deshalb der stellvertretende US-Finanzminister Robert Kimmitt am Golf, um bei den milliardenschweren arabischen Investmentfonds für ein Engagement bei notleidenden US-Banken zu werben.

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