Betreiberkonsortium will Maut-Start im dritten Quartal 2004 zusichern
Toll Collect nennt neuen Starttermin für Maut

Toll Collect will Berichten zufolge den Maut-Start im dritten Quartal 2004 garantieren. Sollte es danach zu Verzögerungen kommen, sei Toll Collect zu höheren Strafzahlungen bereit.

HB BERLIN. Zwei Tage vor dem möglichen Kündigungstermin für den Betreibervertrag des Lkw-Mautsystems bringt Toll Collect einen neuen Startermin ins Spiel. Der künftige Aufsichtsratschef des Betreiberkonsortiums, Peter Mihatsch, ist überzeugt, dass Toll Collect die technischen Probleme in den kommenden Monaten in den Griff bekommen werde: Wenn nicht noch große neue Probleme auftauchen, rechne er mit einem Start im dritten Quartal 2004, sagte er dem Nachrichtenmagazin «Spiegel».

Mihatsch gab sich zudem zuversichtlich, dass die Bundesregierung die Betreiberverträge nach Abschluss der laufenden Verhandlungen nicht kündigen werde. Für den Fall einer Kündigung drohten dem Bund die Neuausschreibung der Mauterfassung, weitere Verzögerungen und andere Technikdebatten, sagte Mihatsch. Toll Collect werde dem Bund im kommenden Jahr hingegen Mauteinnahmen bringen.

Technisch sei Toll Collect den alternativen Maut-Systemen Fela aus der Schweiz und der italienischen Autostrade überlegen. Mihatsch spielte beide als technisch veraltet herunter: «Was die Zukunftschancen angeht», sagte Mihatsch, so vergleiche man da ein «Fahrrad mit einem Formel-1-Boliden.»

Im Streit zwischen Toll Collect und der Bundesregierung um Schadenersatzzahlungen wegen der Verzögerungen bei der Einführung des Maut-Systems sprach sich Mihatsch, für ein Schiedsgericht aus: «Ich könnte mir vorstellen, dass ein Schiedsgericht als neutrale Instanz die unterschiedlichen Auffassungen zwischen Verkehrsministerium und Toll Collect klärt», sagte Mihatsch weiter. «Das wäre eine saubere Lösung, auf die sich beide Seiten möglicherweise einigen können.»

Sollte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) den Start im dritten Quartal kommenden Jahres akzeptieren, sei Toll Collect bei weiteren Verzögerungen auch bereit, höhere Vertragsstrafen zu zahlen. Das berichtet die «Welt am Sonntag» vorab ohne Angaben von Quellen.

Eine Kompensation der bisherigen Einnahmeausfälle von monatlich 156 Millionen Euro lehne das Betreiberkonsortium weiterhin ab. Dies sehe der Betreibervertrag nicht vor und sei den Aktionären nicht zumutbar, hieß es unter Berufung auf Kreise um Toll Collect, hinter der DaimlerChrysler, Deutsche Telekom und der französische Autobahnbetreiber Cofiroute stehen.

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