Betreuung
Streiks in Kitas und Sozialeinrichtungen

Viele Eltern müssen sich für den morgigen Freitag um alternative Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder kümmern: In Kindertagesstätten und Sozialeinrichtungen soll ab morgen bundesweit gestreikt werden. In einer Urabstimmung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sprachen sich knapp 90 Prozent der Mitglieder für einen Streik aus.

HB FRANKFURT. Schwerpunkte der Streiks sollen zunächst Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Hessen und Bremen sein. Am 18. und 19. Mai soll dann auch in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und im Saarland gestreikt werden. "Geld und Atem für den Arbeitskampf werden sehr, sehr lange reichen", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse".

Es ist der erste bundesweite Streik der Branche. Der Berufsstand der Erzieher müsse endlich aufgewertet werden, betonte Bsirske. An den Eltern liege es mit, Druck auf die kommunalen Arbeitgeber zu machen, damit ein tragfähiges Tarifergebnis zustande komme.

Betroffene Eltern seien in einem Infobrief darüber informiert worden, dass es in ihrer Kindertagesstätte Streiks geben könne, erklärte Verdi. Diese Briefe seien bereits in der vergangenen Woche verteilt worden. Die einzelnen Kitas gäben Auskunft über mögliche Protestaktionen.

Verdi und GEW kämpfen neben einer höheren Eingruppierung der Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes vor allem für bessere Arbeitsbedingungen. Der physische und psychische Druck habe für die Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen zugenommen, das Gehalt habe sich durch neue Eingruppierungssysteme in den vergangenen Jahren hingegen verschlechtert, kritisieren sie.

Die Gewerkschaften hatten die Verhandlungen über einen neuen Gesundheitstarifvertrag für die insgesamt rund 220 000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst Ende April für gescheitert erklärt. Der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) warfen sie Verzögerungstaktik vor. An einem Warnstreik am 6. Mai hatten sich nach Gewerkschaftsangaben 19 000 Beschäftigte beteiligt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%