Betreuungsgeld
Merkel auf Kollisionskurs mit der FDP

Wie soll das geplante Betreuungsgeld sozial schwache Familien erreichen - bar oder als Gutschein? Im Gegensatz zu früheren Aussagen hat sich Kanzlerin Angela Merkel nun dafür ausgesprochen, das Geld direkt zu zahlen. Man dürfe die Menschen nicht bevormunden, so die Begründung. Damit stellt sich die Kanzlerin jedoch ausdrücklich gegen den Wunsch der FDP.
  • 3

HB BERLIN. Im Gegensatz zu früheren Aussagen lehnt es Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun ab, das geplante Betreuungsgeld um ein Gutscheinsystem etwa für Hartz-IV-Empfänger zu ergänzen. Familien, die ihre Kinder zu Hause betreuen, müssten selbst darüber entscheiden dürfen, wie sie das Geld verwenden, sagte die CDU-Chefin am Samstag auf dem Landesparteitag ihres Heimatverbands in Grimmen.

"Wenn wir diese Diskussion anfangen, dass man Familien nicht mehr zutrauen kann, (...) damit etwas Vernünftiges zu machen - dann tun wir etwas, was mit meinem Menschenbild zumindest nichts zu tun hat", betonte Merkel. Sie wandte sich damit gegen FDP-Forderungen. Die Liberalen stehen den gesamten Vorhaben skeptisch gegenüber - sie sehen das Betreuungsgeld als Konzession an die CSU.

Im Koalitionsvertrag ist ein Betreuungsgeld in Höhe von monatlich 150 Euro vereinbart. Das Geld soll von 2013 an Eltern zustehen, die ihre unter drei Jahre alten Kinder zu Hause betreuen - also nicht in eine Kindertagesstätte geben. Unklar ist noch, ob es in bar oder als Gutschein - wie vor allem von der FDP gefordert - ausgegeben wird.

Ende Oktober hatte Merkel im TV-Sender N24 gesagt: "Für Hartz-IV- Empfänger zum Beispiel wollen wir überlegen, ob wir Gutscheine anbieten. Zum Beispiel für Bildung der Kinder oder für den Besuch bestimmter Einrichtungen. Das wäre ja eine Möglichkeit." Dies war von Sozialverbänden als Diskriminierung einkommenschwacher Familien kritisiert worden. Auch in ihrer Regierungserklärung am 10. November hatte Merkel noch betont: Das Betreuungsgeld werde kommen - möglicherweise auch als Gutschein.

Die FDP bezweifelt, dass das Geld auch wirklich bei den Kindern ankommt. Von sozial schwachen Familien werde es als Anreiz gesehen, Kinder nicht in Krippen und Kindergärten zu geben. Darum sei es besser, den Eltern Bildungsgutscheine zu geben, die sie in entsprechenden Einrichtungen einlösen können, hatte unter anderem die FDP-Politikerin Cornelia Pieper gefordert.

Seite 1:

Merkel auf Kollisionskurs mit der FDP

Seite 2:

Kommentare zu " Betreuungsgeld: Merkel auf Kollisionskurs mit der FDP"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Was fällt der FDP eigentlich ein, uns das Volk so negativ zu beurteilen? Schauen wir doch einmal zur FDP. Dort gibt es doch viele die zu Randgruppen gehören, Schwule, Alkoholiker, Waisen.Wir sollen da tolerant sein und die FDP, wie ist die zu uns - Arbeiter igittigitt! Ohne Arbeiter geht es nicht, auch im Mittelstand nicht, gerade da braucht man gute,treue Arbeiter.

  • Du denkst wie du bist! Warum sollen sozial schwache Eltern ihre Kinder benachteiligen? Ammenmärchen. Solche Eltern sind für ihre Kinder da. Wenn die zwei Kinder großgezogen haben, können die später einmal sagen, dahinten, zeigend auf ihre Kinder, läuft unser Einfamilienreihenhaus, bei vier Kindern ist es eine Villa. Diese Eltern werden dann sagen, ein Haus hätten wir auch gern gehabt und Luxus, aber die Kinder waren uns wichtiger.Wo sind die denn von der FDP groß geworden? Hatten die Rabeneltern? Wieviel Überschuß an Kita-Plätzen gibt es eigentlich? Die Kindergärtnerin soll besser sein als Mamma? Das kann ich nicht glauben. Mamma sagt wo es lang geht, die kennt mich doch auch am besten.

  • Du denkst wie du bist! Warum sollen sozial schwache Eltern ihre Kinder benachteiligen? Ammenmärchen. Solche Eltern sind für ihre Kinder da. Wenn die zwei Kinder großgezogen haben, können die später einmal sagen, dahinten, zeigend auf ihre Kinder, läuft unser Einfamilienreihenhaus, bei vier Kindern ist es eine Villa. Diese Eltern werden dann sagen, ein Haus hätten wir auch gern gehabt und Luxus, aber die Kinder waren uns wichtiger.Wo sind die denn von der FDP groß geworden? Hatten die Rabeneltern? Wieviel Überschuß an Kita-Plätzen gibt es eigentlich? Die Kindergärtnerin soll besser sein als Mamma? Das kann ich nicht glauben. Mamma sagt wo es lang geht, die kennt mich doch auch am besten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%