Betreuungsgeld
Wenn die Kinder die Last der Babymonate tragen

Ein Kompetenzstreit zwischen den CDU-Ministerinnen soll mit der Umlegung der Mittel fürs Betreuungsgeld auf die Rentenversicherung vermieden werden. Doch so werden die Kosten nur in die Zukunft verlagert.
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BerlinDie Überlegungen aus der CDU-Spitze haben Charme: Statt sich weiter ideologische Grabenkämpfe ums Betreuungsgeld zu liefern, nimmt man die dafür geplanten 1,2 Milliarden Euro und kauft dafür in der Rentenversicherung höhere Rentenansprüche für Mütter ein, die darauf verzichten, ihre Kinder in der staatlichen Krippe betreuen zu lassen. Die Kosten für das Betreuungsgeld würden so in die Zukunft verlagert. Einen Vorteil bringt das aber nicht, im Gegenteil.

Ein Blick in die Zahlen der Rentenversicherung zeigt: Die Idee ist teuer, zumindest wenn das Ziel sein soll, eine spürbare Rentenerhöhung hinzukriegen. Denn die heute geltenden drei Babyjahre bringen den Müttern gerade einmal 80 Euro mehr Rente pro Kind bei jährlichen Kosten von elf Milliarden Euro. Für die 1,2 Milliarden Euro könnten daher nur wenige Babymonate zusätzlich „gekauft“ werden.

Nach der Rentenformel würden die 150 Euro Betreuungsgeld, ein Jahr statt auf ein Girokonto auf das Rentenkonto gezahlt, nur 7,95 Euro mehr Rente bringen. Das Sozialministerium dementierte gestern, an einer Rentenlösung zu arbeiten. Für das Betreuungsgeld sei allein Familienministerin Kristina Schröder (CDU) zuständig.

Auch konkrete Pläne für eine Aufstockung der bisher auf ein Babyjahr begrenzten rentenrechtlichen Anerkennung von Geburten vor 1992 gebe es nicht. Allerdings unterstützt Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) entsprechende Forderungen der Frauenunion. Der „Rheinischen Post“ sagte sie, sie könne sich nur eine „stufenweise“ Anerkennung von mehr Babyjahren vorstellen.

Dagegen ließ CDU-Familienexpertin Ingrid Fischbach durchblicken, dass sehr wohl in der Regierung an einer Lösung gearbeitet werde, das Betreuungsgeld in höhere Rentenansprüche fließen zu lassen. Die Entscheidung für das Betreuungsgeld sei nun mal gefallen, so Fischbach: „Es geht nun nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie.“ Schröder bekräftigte, dass sie mit den geplanten 1,2 Milliarden Euro auskommen werde.

Interaktive Infografik

Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung

Stichtag: 1. März 2011

Kommentare zu " Betreuungsgeld: Wenn die Kinder die Last der Babymonate tragen"

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  • Habe ich den bis jetzt umsonst gebastelt?
    Da kann wohl "Herr Schröder" (aD) nun bald zu Hause bleiben?
    Wen Kinder vom Baumarkt auch durch Frau Kristina Schröder gesponsert werden?
    Entschuldigung, ist ja nur eine Frage.

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