Betriebliche Gesundheitsmaßnahmen
Bund will Gesundheit in Firmen fördern

Obwohl der Krankenstand auf niedrigem Niveau verharrt, will die Bundesregierung die Gesundheitsförderung in den Unternehmen künftig stärker unterstützen. Vom kommenden Jahr an sollen Firmen die Kosten für betriebliche Gesundheitsmaßnahmen bis zu 500 Euro pro Beschäftigten und Jahr grundsätzlich von der Steuer absetzen können.

BERLIN. Das kündigte der parlamentarische Staatssekretär im Gesundheitsministerium Rolf Schwanitz an. „Die Neuregelung stellt eine echte Verbesserung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber dar. Außerdem wird Bürokratie abgebaut,“ sagte Schwanitz dem Handelsblatt.

Bislang müssten die Betriebe nämlich bei jeder einzelnen Fördermaßnahme wie Rückenschulen, Massagen oder Antistress-Kursen nachweisen, dass sie im überwiegenden Interesse des Unternehmens liege. Nur dann könnten sie diese als Lohnkosten von der Steuer absetzen. Diese Prüfung könne nun in der Regel entfallen, sagte Schwanitz.

Handlungsbedarf sieht das Gesundheitsministerium vor allem bei Muskel- und Skeletterkrankungen. Sie sind immer noch die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit und verursachen jährlich Kosten von 0,61 Prozent des Bruttoinlandsprodukt. Auch stressbedingte psychische Erkrankungen seien auf dem Vormarsch. Ihr Anteil an allen Arbeitsunfähigkeitstagen wuchs seit 1991 deutlich. Nach einer aktuellen Übersicht der DAK sind sie inzwischen für zehn Prozent der Fehlzeiten in den Betrieben verantwortlich.

Insgesamt stagniert der Krankenstand allerdings trotz der Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt auf dem niedrigsten Niveau seit Einführung der Lohnfortzahlung. Im ersten Halbjahr meldeten sich laut Gesundheitsministerium mit 3,34 Prozent genau so viele gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer krank wie im ersten Halbjahr 2007. Das könnte auch ein Erfolg der Gesundheitsförderung von Krankenkassen und Betrieben sein. So nahmen nach dem aktuellen Präventionsbericht der Bundesregierung 2006 rund 935 000 Arbeitnehmer entsprechende Angebote ihrer Arbeitgeber an, 35 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%