Betriebskrankenkassen
Mehr Arbeitsfehltage wegen Langzeiterkrankungen

Chronische Krankheiten belasteten zunehmend Patienten und das Gesundheitssystem. Sie sind inzwischen für fast die Hälfte aller Arbeitsfehltage verantwortlich. Die Krankenkassen fordern einen Masterplan.

BerlinBeinahe die Hälfte (46 Prozent) aller Arbeitsfehltage geht auf Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen zurück. Das geht aus dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Gesundheitsreport 2015 des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BBK) hervor. Demnach stieg der Anteil der chronischen Erkrankungen an den Fehltagen innerhalb von zehn Jahren um fünf Prozentpunkte: 2004 lag er noch bei 41 Prozent.

Muskel- und Skeletterkrankungen wie beispielsweise Rückenleiden sowie psychische Störungen sind dabei die häufigsten Ursachen. Bei psychischen Erkrankungen gehen der Studie zufolge mehr als 70 Prozent aller Fehltage auf Langzeiterkrankungen zurück. Bei Muskel- und Skelettleiden liegt der Anteil der Langzeiterkrankungen bei 53 Prozent. Diese beiden Krankheiten sind laut BKK-Dachverband daher für mehr als die Hälfte aller Krankengeldtage verantwortlich, also in der Regel Ausfälle mit mehr als 42 Kalendertagen Dauer.

Chronische Krankheiten belasteten zunehmend Patienten und das Gesundheitssystem, erklärte der Dachverband der Betriebskrankenkassen. Vorstand Franz Knieps forderte einen Masterplan für langwierige und chronische Leiden, ähnlich dem nationalen Krebsplan. An ihm sollten alle Beteiligten aus Medizin, Pflege und Gesundheitswesen mitwirken. Oberste Priorität müssten dabei die Bedürfnisse von Langzeitpatienten haben. Der Gesundheitsreport 2015 stützt sich auf die Daten von rund neun Millionen BKK-Versicherten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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