Bevölkerung
Zuwanderer zieht es nach Deutschland

In Südeuropas hoffen viele Arbeitslose nicht mehr auf einen Job in der Heimat – sondern versuchen ihr Glück bei den europäischen Nachbarn, zum Beispiel in Deutschland. Dank den Zuwanderern wächst hier die Bevölkerung.

WiesbadenDie EU-Osterweiterung und die Finanzkrise in Südeuropa haben Deutschland zum dritten Mal hintereinander im ersten Halbjahr zweistellige Zuwächse bei Zuwanderern gebracht. Mehr als eine halbe Million Menschen (555 000) kamen in den ersten sechs Monaten 2013 in die Bundesrepublik, das waren elf Prozent oder 55.000 mehr als im gleichen Zeitraum 2012.

Das Plus war in den beiden Vorjahren aber noch höher, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. So war die Zuwanderung im ersten Halbjahr 2011 um 19 Prozent und 2012 um 15 Prozent gestiegen.

Zugleich kehrten im ersten Halbjahr 2013 rund 349.000 Menschen der Bundesrepublik den Rücken (plus 10 Prozent). Die Bevölkerung ist somit - ungeachtet von Geburten und Todesfällen - um 206 000 Menschen gewachsen. Das entspricht etwa einer Stadt der Größe von Mainz, Erfurt oder Oberhausen.

Rund zwei Drittel der zugezogenen Ausländer stammen aus der EU. Die meisten kamen aus Polen (93.000), gefolgt von Rumänien (67.000) und Bulgarien (29.000). Besonders hohe Zuwächse gab es aus den von der Finanzkrise besonders betroffenen südeuropäischen Ländern Italien (41 Prozent auf 26 500), Spanien (39 Prozent auf 15 500), Portugal (26 Prozent auf 7300).

Aus Griechenland zog es dagegen weniger Menschen als vor Jahresfrist in die Bundesrepublik (minus 4,5 Prozent auf 15 000).

Außerhalb der EU kamen im ersten Halbjahr besonders viele Ausländer aus der Russischen Föderation: Ihre Zahl stieg um 127 Prozent auf 16 000. Starke Zuwachse gab es auch aus den Krisenherden Syrien (plus 178 Prozent auf 6000), Libyen (plus 219 Prozent auf 2000) und Somalia (plus 143 Prozent auf 1000).

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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