Bevölkerungsbilanz
Erstmals seit 1991 mehr Aus- als Zuwanderer

Die Bevölkerungszahl in Deutschland schrumpft weiter. Ende 2005 lebten in der Bundesrepublik 82,44 Millionen Menschen, 63 000 weniger als ein Jahr zuvor. Nach Jahren mit mehr Zu- als Abwanderung von Deutschen war die Zahl der deutschen Auswanderer im vergangenen Jahr um 17 000 höher als die der Zuwanderer.

HB WIESBADEN. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, war das Bevölkerungsminus von 2005 mehr als doppelt so groß wie im Vergleich der Jahre 2003 zu 2004. Im Jahr 2004 hatten die Statistiker noch 27 000 mehr deutsche Zu- als Abwanderer verzeichnet. Die Zahl der zuwandernden Ausländer lag 2005 um 96 000 über der der Ausländer, die Deutschland verließen. 2004 hatte das Plus nur 55 000 betragen.

Hauptursache des Bevölkerungsrückgangs ist jedoch, dass weiterhin mehr Menschen sterben als geboren werden. Die Zahl der Sterbefälle übertraf 2005 die Geburtenzahl um 143 000, ein Anstieg um 30 000. Dieses Geburtendefizit konnte auch mit Zuwanderung nicht ausgeglichen werden. Insgesamt zogen im vergangenen Jahr 79 000 Menschen mehr nach Deutschland zu als weg. 2004 hatte das Plus noch 83 000 betragen.

Seit der Wiedervereinigung 1990 gab es in jedem Jahr mehr Tote als Neugeborene. Auf Grund von Zuwanderern wuchs die Bevölkerungszahl in den meisten Jahren dennoch, außer im Jahr 1998 und seit 2003.

In Ostdeutschland sank die Bevölkerungszahl 2005 weiter um 89 000 oder 0,7 Prozent, während sie im Westen um 18 000 stieg. Die größten Verluste verzeichneten Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Westen schrumpften die Einwohnerzahlen in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein- Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Ein Plus verzeichneten nur Baden-Württemberg, Bayern sowie Berlin und Hamburg.

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