Bevölkerungsrückgang um zehn Prozent erwartet
Das Ruhrgebiet entvölkert sich

Nach Berechnungen des Statistischen Landesamts verliert das Ruhrgebiet mehr Einwohner als bisher angenommen: Bis 2020 werde die Bevölkerung der meisten Städte um rund zehn Prozent abnehmen.

HB BERLIN. Dem Ruhrgebiet droht eine Entvölkerung ähnlich der in weiten Teilen Ostdeutschlands. Das ist das Ergebnis einer neuen Prognose des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Statistik zur Bevölkerungsentwicklung. Demnach werden die meisten Städte des Ruhrgebiets und der angrenzenden Regionen bis 2020 rund zehn Prozent ihrer Einwohner verlieren. Besonders drastisch ist der Bevölkerungsrückgang der Prognose zufolge in der Stadt Hagen, deren Einwohnerzahl um 16,3 Prozent sinken wird.

In Wuppertal sind es 14,3 Prozent, in Gelsenkirchen 13,2 Prozent. Krefeld schrumpft um 11,4 Prozent, Essen um 10,8 und Duisburg um 10,2 Prozent. Die Landeshauptstadt Düsseldorf muss mit einem Einwohnerverlust von 5,3 Prozent rechnen.

Nordrhein-Westfalens Bauminister Michael Vesper (Grüne) bezeichnete den zu erwartenden Bevölkerungsrückgang als «Zeitbombe». In den betroffenen Gebieten drohe ein «räumlicher Entmischungsprozess» zwischen «Arm und Reich, Mobil und Immobil sowie Deutsch und Nicht-Deutsch».

Auch wirtschaftlich seien schon jetzt dramatische Folgen zu beobachten, betonte Vesper. Die Städte kämpften nicht nur in den Randlagen, sondern auch in den 1A-Lagen in der Innenstadt mit Leerständen bei Immobilien von bis zu 30 Prozent. Die Existenz von Nebenzentren in den Großstädten sei schon jetzt bedroht.

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