Bevölkerungsstudie
82 Millionen Deutsche – bald Vergangenheit

Die Bevölkerung in Deutschland wird bis 2050 weiter schrumpfen und vergreisen. Dann dürfte es nach aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ungefähr doppelt so viele 60-Jährige geben wie Neugeborene. Den Grund für den Bevölkerungsschwund lieferten die Statistiker gleich mit.

HB BERLIN. Die Einwohnerzahl Deutschlands wird laut Statistischem Bundesamt bis 2050 von 82,4 auf 69 bis 74 Millionen schrumpfen. „Der Rückgang der Bevölkerung ist nicht mehr aufzuhalten“, erklärte der Vizepräsident des Amts, Walter Rademacher, bei der Vorstellung einer neuen Demografiestudie in Berlin.

Hauptgrund sei eine stetige Abnahme der Geburtenzahlen. Bereits im vergangenen Jahr waren 144 000 mehr Menschen gestorben als auf die Welt gekommen.

Nach den Berechnungen des Bundesamts wird die Geburtenzahl bis 2050 von 685 000 auf rund 500 000 im Jahr sinken. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der 65-Jährigen um 4,5 Jahre. Zur Bevölkerung im Erwerbsalter von 20 bis 64 Jahren gehören heute etwa 50 Millionen Menschen in Deutschland. Im Jahr 2050 werden es den Schätzungen zufolge mindestens 22 Prozent weniger sein. Die Zahl der Menschen ab 80 Jahre wird sich dagegen von vier auf zehn Millionen mehr als verdoppeln.

Wollte man den aktuellen Altenquotienten - das Verhältnis von Rentnern zu den 20- bis 65-Jährigen - auch künftig auf dem aktuellen Stand von 32 zu 100 halten, müsste man nach den Worten von Radermacher das Renteneintrittsalter „rein rechnerisch“ auf 74 bis 75 Jahre im Jahr 2050 anheben.

Bevölkerungswissenschaftler sind allerdings skeptisch: „Wir müssen jetzt die Dinge ausbaden, die wir seit 30 Jahren auf uns zukommen sehen", sagte Demografieexperte Herwig Birg im ZDF. Der Grund sei die Tatsache, dass zu wenig Kinder geboren würden, weil jetzt auch zu wenig Eltern da seien. „Das Problem ist, dass diese ernste Situation nicht aufhört. Auch nicht in 15, 20 oder 30 Jahren, auch nicht 2050. Das ist das vertrackte an der demografischen Entwicklung.“

In der Demografie dauere es realistisch gesehen zwei Generationen bis Stabilität erreicht werden könne. „Wir müssten bis nach der Jahrhundertwende auf Erfolge warten, wenn wir jetzt entschlossen handeln würden“, sagte Birg.

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