BGA contra DIHK

Verbände fürchten Folgen der Euro-Krise

DIHK und der Exportverband BGA sehen den Aufschwung durch die Schuldenkrise bedroht. Für die Unternehmen werde es eng, argumentieren beide Verbände. Doch auf eine Antwort können sie sich auch nicht einigen.
Update: 23.08.2011 - 13:37 Uhr 6 Kommentare
Lastwagen werden im Container Terminal Altenwerder im Hamburger Hafen beladen. Quelle: dpa

Lastwagen werden im Container Terminal Altenwerder im Hamburger Hafen beladen.

(Foto: dpa)

BerlinDer Exportverband BGA warnt wegen der ungelösten Schuldenprobleme vor dem Abgleiten in die Wirtschaftskrise. „Wenn es uns nicht gelingt, die europäische Schuldenkrise in den Griff zu kriegen, sehe ich die Gefahr einer Rezession“, erklärte Verbandspräsident Anton Börner in Berlin. Dies könne im schlimmsten Fall zu einer weltweiten Depression führen. Die Politik müsse daher mit den sogenannten Euro-Bonds ein starkes Signal senden.

Voraussetzung für solche Gemeinschaftsanleihen sind nach Ansicht des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel (BGA) klare Bedingungen: So müssten die Euro-Länder eine Schuldenbremse in ihre Verfassung schreiben, die Arbeitsmärkte flexibilisieren und die berufliche Bildung verbessern. Sollte dagegen verstoßen werden, müssten die Länder ihr Stimmrecht in Europa verlieren. Deutschland und Frankreich müssten jetzt das Heft in die Hand nehmen und handeln. „Es bleiben uns nur noch ein paar Wochen“, warnte Börner.

Derzeit sei die Lage für die Wirtschaft und für die auch vom BGA vertretenen Dienstleister aber noch positiv. Der Dienstleistungsklima-Indikator habe noch einmal zugelegt, auch die Einschätzung der Geschäftslage sei noch einmal positiver geworden. Für die unternehmensnahen Dienstleister erwartet der Verband 2011 ein Wachstum von 4,5 Prozent, für 2012 von 2,5 Prozent.

Die Prognose für das gesamtwirtschaftliche Wachstum 2011 hob der BGA auf 2,0 Prozent von 1,75 Prozent an. Damit ist der BGA deutlich pessimistischer als andere Wirtschaftsverbände und die Bundesregierung. Kanzlerin Angela Merkel hatte für dieses Jahr von einem möglichen Wachstum von mehr als drei Prozent gesprochen.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag macht sich Sorgen über eine mögliche Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen in Deutschland und Europa, lehnt Euro-Bonds aber ab. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann sagte dem Handelsblatt: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hielte ich Euro-Bonds für absolut kontraproduktiv." Sie würden die hoch verschuldeten Staaten geradezu zum Zurücklehnen auffordern. "Euro-Bonds kämen der Einladung gleich, weiter zu machen wie bisher. Dabei muss das Gegenteil geschehen", sagte Driftmann. Die betroffenen Länder müssten Anreize bekommen, aus eigener Kraft wieder Boden unter die Füße zu bekommen.

Driftmann kritisiert Krisenmanagement der Regierung
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6 Kommentare zu "BGA contra DIHK: Deutsche Wirtschaft streitet über Euro-Bonds"

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  • verehrter Herr Wolfram007,

    bekommen wir die Eurobonds
    VERDOPPLEN SICH DIE ZINSZAHLUNGEN FÜR DEUTSCHLAND !!!!!!!!!!!!!!!!

    Godmode-Trader schreibtr dazu:
    "Mit einem Euro-Bond-Zinssatz nach OECD-Schätzungen in Höhe von aktuell 4,6 Prozent müsste Deutschland z.B. einen doppelt so hohen Zins für die Kapitalaufnahme zahlen wie jetzt."

  • Nach dem Rechtsverständnis des Bürgers handelt es sich um Kriminelle, wenn man sich gewissen FRegeln- und Gesetze unterworfen hat und sie dennoch bricht.

    Im Fussball gibt es dann die Rote Karte
    Im Strafrecht das Gefängnis
    und im Handelsrecht den Konkurs.

    Das wort, KRIMINELL passt hier aber am Besten, denn die Docle Vita-Staaten sind willentlich udn wissend in die Überschuldung gegangen, um den dt. Michel zu erpressen. Es ist Vorsatz gewesen, denn in den dolce-Vita Staaten gabe es weder Naturkatastrophen noch andere schlimme Sachen.

    Mit Krimnellen sollte man aber nicht länger einen €-Umgang führen.
    Kriminelle halten sich auch bekanntlich weder an Ihr wort, noch an eingegangene Verpflichtungen.

    ### Raus mit den schmarotzenden Dolce-Vita Staaten aus dem €-Raum ####



  • Ich denke man muss sich von dem Glauben verabschieden, dass die ganzen Schuldenberge einmal zurückgezahlt werden. Ich ahlte das für unmöglich, wenn Sttaten gleichzeitig durch öffentliche Investitionen auch noch Wirtschaftswachstum erzeugen sollen. Mit dem was jetzt geschieht würgen wir die Staaten ab und in spätestens 1 Jahr stehen diese wieder als Bittsteller vor der Tür. Ich bin von Herzen gegen die Euro-Bonds, aber wenn uns diese am Ende billiger kommen sollte man dem Verstand nachgeben. Ds Schuldenproblem bekommen wir so natürlich nicht in den Griff, aber angesichts der Summen sollten wir besser von umlaufenden Geld sprechen. Wenn morgen alle anfangen Ihre Schulden zu bezahlen bekommen wir Revolutionen. Gute Besserung

  • Mal angenommen, es würde diese Shitbonds geben. Wäre dann das Problem der Überschuldung gelöst? Mit nichten doch! Die Schulden bleiben. Ja mein Gott, wie blöd muss man nur sein, und strenge Auflagen fordern. Die gibt es doch schon im Vertrag von Maastrich. Und wurden die eingehalten? Genau, die wurden nicht eingehalten. Wie kommt man dann zu dem glauben, dass die Mafiosis aus dem Knoblauchgürtel die dieses Mal einhalten würden.

  • Skeptiker, sie haben mit ihrer Sicht der Dinge vollkommen recht. Es ist wie immer, die Gewinne für die Bosse, den Verlust für die Steuerzahler, diese Denkweise der Bosse geht nicht mehr lange gut.
    Danke

  • Der Steuerzahler soll wieder herangezogen werden, um die Wirtschaft zu "schmieren". Die Wirtschaftsbosse (meistens Angestellte) wollen weiter in die Taschen des kleinen Mannes greifen, damit ihre Boni gesichert sind. Alles natürlich zum Besten der Wirtschaft. Dafür gibt es dann in ein zwei Jahren erhöhte Lohnsteuern und eine Mehrwertsteuererhöhung um die Zinsen für diesen Wahnsinn zu bezahlen.

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