Bildung
Köhler fordert mehr Chancengleichheit

Bundespräsident Horst Köhler hat mehr Chancengleichheit bei der Bildung in Deutschland gefordert. Freiheit dürfe nicht zur Verteidigung von Privilegien missbraucht werden, appellierte der Bundespräsident.

HB BONN. „Es ist ein Gebot der Gerechtigkeit, allen die Chance zu geben, ihre Talente zu entwickeln und durch Leistung sozialen Aufstieg zu erreichen“, sagte Köhler am Montag in Bonn bei einem Festakt zum 50-jährigen Bestehen der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung.

„Wer also glaubwürdig für Freiheit in einer offenen Gesellschaft werben will, der muss für Durchlässigkeit der Gesellschaft sorgen. Beweglichkeit von unten nach oben: Auch daran macht sich der Wert der Freiheit für den einzelnen fest. Da haben wir bei uns leider noch Nachholbedarf“, sagte Köhler.

Freiheit dürfe nicht zur Verteidigung von Privilegien missbraucht werden, appellierte der Bundespräsident. „Arbeiten Sie mit daran, dass gerade diejenigen, die sich heute als chancenlos empfinden, dazu ertüchtigt werden, in eigener Leistung und Selbstbestimmung ihr Leben zu gestalten und zu meistern.“ Dafür sei Bildung „das A und O“. Diese dürfe nicht verkürzt werden „auf einen Set berufsqualifizierender Abschlüsse und Kompetenzen“.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung setzt sich für die politische Bildung ein und wurde am 19. Mai 1958 gegründet. Ihr Name erinnert an eine der führenden Persönlichkeiten des deutschen Liberalismus, den Sozialpolitiker Friedrich Naumann (1860-1919).

„Unser Kernanliegen bleibt, immer mehr und mehr Menschen zu der Möglichkeit zu verhelfen, in offenen demokratischen freiheitlichen Gesellschaften leben zu können“, erläuterte der Vorsitzende Wolfgang Gerhardt das Ziel der Stiftung.

FDP-Chef Guido Westerwelle betonte, neben der immer größer werdenden Einkommensschere zwischen Arm und Reich sei auch das damit verbundene Schrumpfen der Mittelschicht ein großes Problem in Deutschland.

Hätten vor zehn Jahren noch zwei Drittel der Bundesbürger der Mittelschicht angehört, sei es jetzt nur noch die Hälfte. „Das ist eine Herausforderung, denn die Mitte trägt unser Land“, sagte Westerwelle.

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