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Bildung: Mega-Zuwachs bei privaten Hochschulen

exklusiv Seit 2000 geht es aufwärts: Private Unis und Fachhochschulen boomen vor allem in den Stadtstaaten. Das geht aus dem Ländercheck des Stifterverbandes hervor. Sie sind weit weniger elitär und international als ihr Ruf.

Witten-Herdecke: In NRW erhalten die Privatunis Fördermittel. Quelle: dpa
Witten-Herdecke: In NRW erhalten die Privatunis Fördermittel. Quelle: dpa

BerlinPrivate Hochschulen boomen: Besonders dynamisch entwickeln sie sich in den Stadtstaaten Berlin und Bremen sowie in Hessen. Das zeigt der jüngste Ländercheck des Stifterverbandes für die Wissenschaft, der dem Handelsblatt vorliegt. Daneben sind die mittlerweile 101 Privathochschulen weit weniger elitär und international wie ihr Ruf.

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Ihre Zahl hat sich seit der Jahrtausendwende fast verdoppelt, heute sind 101 der knapp 400 Hochschulen in privater Hand – wenn auch im Schnitt weit kleiner. Doch die Schar ihrer Studenten ist kurz davor, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen: von insgesamt 2,1 Millionen Studenten in Deutschland büffeln 108.728 an einer privaten Einrichtung.

Die Lage in den einzelnen Bundesländern ist sehr unterschiedlich: „Besonders dynamisch“ ist die private Hochschullandschaft in der Hauptstadt, berichtet Andrea Frank, Autorin des Länderchecks. Der langjährige SPD-Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner sei „sehr experimentierfreudig“, er macht Privaten den Einstieg sehr leicht. Im Extremfall führt das auch mal zu einer Schließung: So musste er 2010 die Edu.Con-Hochschule dicht machen, die Licht-Designer ausbilden wollte, es aber nicht tat. Generell müssen private Hochschulen nach einer Anlaufphase ohnehin den Test des Wissenschaftsrates bestehen.

„Auf der Überholspur“ ist  auch die Hansestadt Bremen, attestiert der Stifterverband. Stark schneiden daneben Hamburg und Hessen ab. Die extrem hohe Zahl der Studenten in Hamburg ist allerdings dadurch verzerrt, dass dort zwei Fernhochschulen mit Studenten aus ganz Deutschland ansässig sind. Das gilt abgeschwächt auch für Nordrhein-Westfalen.

Weit abgeschlagen sind aus historischen Gründen die Ost-Länder - nur Sachsen hat es geschafft, ein nennenswertes privates Hochschulangebot zu etablieren. Früh gestartet ist Schleswig-Holstein, dann aber zurückgefallen. Ganz schlecht schneidet Bayern ab: Der liberale Wissenschaftsminister des Freistaates, Wolfgang Heubisch, ist privaten Lehranstalten zwar wohl gesonnen, fördert sie aber nicht. Andere Minister hingegen erleichtern nicht nur die Gründung, sondern beteiligen private auch an Förderprogrammen. NRW etwa reicht gar einen Teil der Hochschulpakt-Gelder an Private weiter, die neue Plätze schaffen.

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