Bildungsausgaben der Länder
Hamburg investiert am meisten in Schüler

Die deutschen Bundesländer investieren wieder mehr in die Schulbildung von Kindern und Jugendlichen. Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes gaben sie 2004 im Schnitt 4 700 Euro pro Schüler an allgemein bildenden und beruflichen Schulen aus – 100 Euro mehr als in den beiden Vorjahren. International liegt Deutschland allerdings noch zurück.

BERLIN. Denn auf allen Schulstufen liegen die Ausgaben pro Schüler deutlich unter dem Mittelwert der Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Während Deutschland 2003 – jüngere internationale Vergleichzahlen liegen nicht vor – 4 400 Euro pro Grundschüler investierte, waren es im OECD-Schnitt 4 800 Euro. Das wiegt umso schwerer, als die Gehälter deutscher Lehrer vergleichsweise hoch sind, also weniger Geld für anderes bleibt.

Bei der beruflichen Bildung gibt Deutschland dagegen mit 12 100 Euro pro Schüler fast doppelt soviel aus wie die OECD. Grund ist jedoch ausschließlich der kräftige Beitrag der Wirtschaft bei der dualen Ausbildung. Bei den rein staatlichen Ausgaben rutscht Deutschland auch hier unter den OECD-Schnitt.

Bei den Ausgaben pro Schüler gibt es große Unterschiede zwischen den deutschen Bundesländern: An der Spitze liegen Hamburg und Thüringen, die pro Kind an allgemein bildenden Schulen 6 400 und 6 300 Euro ausgeben. Deutlich über dem Durchschnitt von 5 000 Euro liegen auch Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Weit abgeschlagen rangieren Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit je 4 700 Euro.

Die Unterschiede spiegeln sich teilweise in den Klassengrößen wider. Dabei haben die deutschen Stadtstaaten tendenziell große Klassen, die neuen Länder eher kleine. Nach einer Bildungsstatistik des Wirtschaftsforschungsinstitutes RWI sitzen in einer deutschen Grundschulklasse im Schnitt 22 Schüler, in der OECD sind es 21,5. Unter den westdeutschen Flächenländern schneidet Nordrhein-Westfalen am schlechtesten ab, das Saarland, Niedersachsen und Hessen am besten.

Im Sekundarbereich I, also von Klasse 5 bis 10, sitzen in Deutschland im Schnitt fast 25 Schüler in einer Klasse – fast einer mehr als in der OECD. Auch hier liegt Nordrhein-Westfalen auf dem letzten Rang, Niedersachsen und Schleswig-Holstein rangieren dagegen ganz vorn.

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