Bildungsbericht
Jeder Zweite erwirbt Hochschulreife

Die Zahl der Abiturienten und Studenten in Deutschland ist in den vergangen zwei Jahren gewachsen. Der aktuelle Bildungsbericht offenbart aber auch, dass ein Fünftel der Jugendlichen nicht richtig lesen kann.
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BerlinDas Bildungsniveau in Deutschland steigt. Es gibt mehr Abiturienten und Studenten. Mehr junge Menschen erreichen den mittleren Bildungsabschluss. Jung-Akademiker haben auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen und auch die Lage auf dem Lehrstellenmarkt entspannt sich langsam. Dieses Fazit zieht der am Freitag in Berlin vorgestellte neue Bildungsbericht von Bund und Ländern.

Gleichwohl gibt es unter den Jugendlichen immer noch einen harten Kern von bis zu 20 Prozent Bildungsverlierern: Sie können nicht richtig lesen oder Texte verstehen, brechen die Schule oder die Lehre ab und nehmen auch nicht an Weiterbildung teil.

Während auf der einen Seite heute fast jeder zweite junge Mensch die Hochschulreife erwirbt, haben andererseits von den 20- bis 30-Jährigen in Deutschland 1,5 Millionen keinen Schul- oder Berufsabschluss. In der Altersgruppe der 30- bis 35-Jährigen ist laut Bericht der Anteil der Ungelernten und Schulabbrecher erheblich größer als in der Altersgruppe der 60- bis 65-Jährigen, die jetzt langsam aus dem Arbeitsleben ausscheiden.

Der alle zwei Jahre erscheinende Bildungsbericht wurde von einer Wissenschaftlergruppe unter Leitung des Frankfurter Bildungsforschers Horst Weishaupt erstellt. Weishaupt sprach bei der Präsentation des Berichtes vor der Kultusministerkonferenz der Länder in Berlin von vielen positiven Entwicklungen, aber auch großen Aufgaben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bildungsbericht: Jeder Zweite erwirbt Hochschulreife"

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  • Ich bin derzeit im Studium, zweites Semester.
    Heißt: Gerade aus der Schule raus.

    Wie habe ich mein Abitur geschrieben?
    Ich habe 3 Jahre (11.-13. Klasse) über nichts getan und jeweils einen Tag vor meinen Abiturprüfungen gelernt.
    Gereicht hat es für einen Schnitt im oberen 2er Bereich.

    Ist dies durch unglaubliche Intelligenz oä. zustande gekommen? Tja...ich fänds schön und ich bin ganz gewiss nicht der dümmste Hahn im Stall, aber mit Intelligenz hatte es wahrlich nichts zu tun...

    Der Großteil der Leute in meiner Stufe konnte:

    1.)Sich nicht selbst Sachen erarbeiten!
    Einige scheiterten schon daran selbst Aufgaben im Unterricht zu formulieren, die sie sich vorstellen könnten wie sie in den Klausuren drankämen.
    Sie kopierten aus Kreativlosigkeit von bestehenden Übungsblättern...
    2.) Nicht richtig lesen !
    Ja...Abiturjahrgang...gefühlte 80% war nicht in der Lage flüssig in den Standardsprachen, Deutsch und Englisch, zu lesen.
    3.) Kannten kaum Fremdworte...
    Da wurden tatsächlich Dinge wie "kanalisieren" usw. in der 13. Klasse nachgefragt weil der Begriff unbekannt war...für mich persönlich ein Unding, vielleicht bin ich da aber auch einfach nur anderes gewohnt.
    Doch bei 4.)Bekannte Persönlichkeiten konnten nicht zugeordnet werden! verschlug es mir echt die Sprache.
    Von Personen wie Marx, Engels, Lenin, Gorbatschow usw.
    hat kaum einer gehört...wirklich nichtmal gehört...
    Und mit 5.) Geschichte gehört bei den meisten, es sei denn es ist der 2. WK, vergessen...
    Alles vor und nach dem 2. WK war Neuland...

    Auch wenn ich meine schöne Zeit hatte und ein ordentliches Abitur habe, so ist rückblickend zu bemängeln
    das es schlichtweg zu leicht war, für den höchsten schulischen Abschluss in Deutschland...

  • Im vergangenen Jahr haben mehr als 40% ein EINSER-Abitur geschafft !

    Wie zu lesen war, wurde auch der Anspruch an Hochbegabte von mindestens 130 IQ auf 120 IQ gesenkt.

    Schade, ich bin etliche Jahre zu früh zur Schule gegangen.

  • In der Altersgruppe der 30- bis 35-Jährigen ist laut Bericht der Anteil der Ungelernten und Schulabbrecher erheblich größer als in der Altersgruppe der 60- bis 65-Jährigen, die jetzt langsam aus dem Arbeitsleben ausscheiden.
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    Das hat einen sehr einfachen Grund..Es gab in der Zeit
    der heute 60 jährigen,noch keine Zustände wie in
    Berlins Rütli-Schule,die stellvertretend für das
    Bildungsdesaster auch von Deutschen steht..
    Kampf im Klassenzimmer,trägt nicht gerade zur Konzentration bei.Zumal auch die Lehrerschaft völlig
    überfordert war..

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