Bildungspolitik
Gut eine Milliarde Euro für mehr Studienplätze

Bund und Länder stocken ihre Etats für Hochschulen um bis zu anderthalb Milliarden Euro auf. Damit wollen sie in den Jahren 2011 bis 2018 mehr Studienplätze schaffen, um auch die Bewerber aufzunehmen, die wegen der Aussetzung von Wehrdienst und Zivildienst nun früher an die Hochschulen strömen.
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BERLIN. Die Aufstockung des Hochschuletats beschloss am Dienstag die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern in einem Eilverfahren. Damit ist zumindest klar, dass sich Bund und Länder die Zusatzkosten hälftig teilen.

Damit habe man die Weichen dafür gestellt, dass „schon ab kommendem Jahr die zusätzlichen Studienanfänger gute Studienbedingungen und Studienchancen erhalten“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU).

Der Wehr- und Ersatzdienst wird ab dem 1. Juli 2011 ausgesetzt. Das bedeutet für die Hochschulen, dass sie in den Jahren 2011 bis 2015 mit 34 000 bis fast 60 000 zusätzlichen Studienanfängern rechnen müssen. Die Spanne ist so groß, weil noch völlig unklar ist, wie viele Schulabgänger freiwillig Wehr- oder Ersatzdienst leisten und wie viele von den übrigen tatsächlich ein Studium aufnehmen. Pro Studienplatz werden 26 000 Euro veranschlagt.

„Wir sind bereit, unbürokratisch mit den Hochschulen Absprachen zu treffen, wie der Ausbau mit einer so kurzen Planungszeit ermöglicht werden kann“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der GWK, Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner. Die konkreten Schritte sollen in weiteren Beratungen von Bund und Ländern geklärt werden.

Prinzipiell sind Bildungsminister und Wirtschaft sehr an mehr Akademikern interessiert, mittelfristig soll deren Quote an einem Jahrgang auf 40 Prozent steigen. Der Zusatzansturm auf die Hochschulen kommt jedoch zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da es in den nächsten Jahren durch die Verkürzung der Gymnasialzeit ohnehin mehr Bewerber gibt. Schon unabhängig von der Wehrpflicht soll der Hochschulpakt von 2011 bis 2015 zusätzlich 275 000 Plätze schaffen.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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