Bildungspolitik
Südwest-CDU intensiviert Lehrer-Abwerbung

Die Kultusminister haben ihren Streit um die Abwerbung von Lehrern nicht gelöst. Die Minister einigten sich bei ihrer Sitzung in Stralsund nicht auf einen generellen Verzicht, beschlossen aber, dass der Wettbewerb zwischen den Ländern „fair“ sein soll. Baden-Württemberg kündigte darauf hin an, weiter in anderen Bundesländern um Lehrer zu werben.

HB BERLIN. „Die zweite Stufe der Kampagne wird im April über die Bühne gehen“, sagte Kultusminister Helmut Rau (CDU) am Freitag im RBB-Inforadio. Dann würden wieder ein paar hundert Stellen ausgeschrieben. Raus Ansicht nach ist die Kampagne durch die Kultusministerkonferenz gebilligt.

Rau sagte, es gehe nicht darum, Lehrer aus bestehenden Dienstverhältnissen abzuwerben, sondern um ein Angebot vorrangig an Referendare. „Wir akzeptieren, dass diejenigen, die einen festen Vertrag haben, nur im gegenseitigen Einvernehmen ein Land wechseln können.“ (Der Beitrag lag dpa in redaktioneller Fassung vor.

Die Minister hatten sich am Donnerstag auf einen „fairen Wettbewerb“ um Lehrer geeinigt. Dies bedeute „eine vertrauensvolle Abstimmung vor allem bei der Rekrutierung von Lehrerinnen und Lehrern aus anderen Ländern“, hieß es in dem am Freitag vorgestellten Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK). Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte, der Beschluss kläre nichts.

Die Kultusminister betonten zum Abschluss ihrer zweitägigen Plenarsitzung in Stralsund, im föderalen System der Bundesrepublik obliege es in erster Linie dem jeweiligen Bundesland, für eine ausreichende Zahl von Lehrkräften für die eigene Unterrichtsversorgung zu sorgen. „Hierzu gehört insbesondere auch die Bereitstellung von ausreichenden Studienplätzen und Kapazitäten im Vorbereitungsdienst“, heißt es in Stralsunder Erklärung.

„Kein Land darf eigene Anstrengungen mit Blick auf Potenziale anderer Länder vernachlässigen“, mahnte der KMK-Präsident und Kultusminister von Mecklenburg-Vorpommern, Henry Tesch. Ziel sei eine bedarfsgerechte Lehrerausbildung in den einzelnen Ländern, um mindestens die eigene Unterrichtsversorgung zu sichern. „Quer- und Seiteneinsteigerprogramme sind kein Ersatz für die reguläre Lehrerausbildung“, betonte Tesch.

Die Kultusminister bekennen sich zum Wettbewerb im kooperativen Bildungsföderalismus - er solle aber fair sein. Dies bedeute aber leider noch keinen generellen Verzicht auf Werbeaktionen, räumte die Bremer Kultussenatorin Renate Jürgens-Pieper ein. Das könne die KMK auch nicht erzwingen. „Wir haben ohnehin nichts gegen Lehrermobilität, dürfen aber keinen Kannibalismus zulassen“, betonte sie.

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