Billige Arbeitsplätze fielen weg oder würden durch Schwarzarbeit ersetzt
Arbeitgeber: Mindestlohn kostet Millionen Arbeitsplätze

Ein gesetzlicher Mindestlohn würde in Deutschland nach Einschätzung der Arbeitgeber den Wegfall von mehreren Millionen Arbeitsplätzen zur Folge haben. Besonders stark betroffen wären die Gastronomie, der Dienstleistungssektor und der Pflegebereich, warnte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt.

HB BERLIN. Die Arbeitsplätze seien bei einem Mindestlohn von 1 300 oder 1 500 Euro nicht mehr marktfähig und würden in Schwarzarbeit verdrängt oder einfach wegfallen. Die Forderung einiger Gewerkschaften, die untere Tariflohngrenze gesetzlich als Mindestlohn zu bestimmten, lehnte der Verbandschef kategorisch ab. Es sei eine völlig abwegige Vorstellung, dass derjenige, der keine Ausbildung habe oder noch nie gearbeitet habe, nur zum Tariflohn eingestellt werden könne. Langzeitarbeitslose und gering qualifizierte hätten dann kaum noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt, warnte Hundt.

In Ostdeutschland seien zudem 45 Prozent der Arbeitsverhältnisse nicht tarifgebunden. Diese Arbeitsplätze würden häufig unter Tarif bezahlt. „Wer verlangt, dass überall künftig Tariflöhne zu zahlen sind, muss die Frage beantworten, was mit den Menschen passiert, die daraufhin ihre Arbeit verlieren werden“, gab der Arbeitgeberpräsident zu bedenken. Man könne zwar über einen gesetzlichen Mindestlohn nachdenken. Der dürfe aber nicht oberhalb der Sozialhilfe liegen. In diesem Fall wäre allerdings eine gesetzliche Regelung überflüssig, da es den pauschalen Mindestlohn auf Sozialhilfeniveau faktisch schon heute gebe.

Hundt zeigte sich gemeinsam mit BDA-Hauptgeschäftsführer Reinhard Göhner überzeugt, dass die Forderung nach gesetzlichen Mindestlöhnen nicht einmal die Form eines Gesetzentwurfes erreicht. „Genauso wie wir am Schluss mit dem Ausbildungspakt noch eine vernünftige Lösung haben finden können, genauso erwarte ich, dass wir diese unglückliche Diskussion in Kürze beenden werden“, sagte Hundt.

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