Bin-Laden-Kämpfer wurden zum Teil grausam gefoltert
Terrorverdächtiger bekräftigt Kontakt zu Bin Laden

Im Düsseldorfer Prozess gegen einen mutmaßlichen früheren Leibwächter Osama bin Ladens hat der Angeklagte intensive Kontakte zur Spitze der Terrorgruppe El Kaida eingeräumt. Er habe mit Bin Laden, dessen Stellvertreter Abu Hafs und dem mutmaßlichen Chefplaner der Anschläge des 11. September, Ramzi Binalsibh, mehrfach gesprochen, berichtete der Palästinenser am Mittwoch im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts.

HB/dpa DÜSSELDORF. Mit einer Kalaschnikow sei er sogar gut zwei Wochen lang in Afghanistan zum Schutz bin Ladens eingeteilt gewesen, sagte der 26- Jährige. Weil er fast genauso groß wie der 1,96 Meter große Bin Laden sei, habe er ihn von hinten mit seinem Körper abdecken sollen. Der Einsatz sei aber eher ein „Vertrauensbeweis“ gewesen.

Die Anschläge auf US- Botschaften in Afrika seien als „Heldentaten Bin Ladens“ glorifiziert worden. Auf einer großen Karte der arabischen Welt seien alle US- Stützpunkte eingezeichnet gewesen. „Es ging immer um den Heiligen Krieg“, sagte der Araber, der nach seinen Worten 1999 aus Krefeld über Mekka nach Afghanistan gelangt war.

Wer während der „Gehirnwäsche“ in den Lagern von El Kaida widersprochen oder Zweifel geäußert habe, sei einige Tage später als „Spion“ verhaftet und gefoltert worden. „Ich habe gesehen, wie Menschen mit Stromkabeln geschlagen und ihnen die Fingernägel herausgerissen wurden.“ Das afghanische Taliban-Regime habe El Kaida

damals kostenlos mit Waffen versorgt.

Der Angeklagte berichtete auch von einer internationalen Arbeitsteilung der Terroristen: Während El-Kaida-Angehörige die USA und das Regime in Saudi-Arabien zu ihren Hauptfeinden auserkoren hätten, habe es viele kleinere Gruppen von Jordaniern, Marokkanern oder Algeriern gegeben, die die jeweiligen Regierungen ihrer Länder zum Hauptangriffsziel gehabt hätten. „Ich wollte eigentlich den Islam studieren, nicht den Heiligen Krieg“, sagte der Angeklagte.

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