Biometrische Merkmale
Fingerabdrücke im Ausweis werden nicht Pflicht

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist mit seinem Plan gescheitert, Abdrücke beider Zeigefinger in jedem neuen Personalausweis speichern zu lassen.

HB OSNABRÜCK. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf Innenexperten von Union und SPD. Fingerabdrücke sollen demnach nur auf Wunsch im Personalausweis gespeichert werden, eine Speicherpflicht werde es nicht geben.

Der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), sagte: „Es läuft darauf hinaus, dass der Bürger selbst entscheiden kann, ob er seine Fingerabdrücke abgibt oder nicht.“ Innenminister Schäuble und Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) hätten sich auf dieses Options-Modell als Kompromiss verständigt, erklärte Uhl.

Die von der Union favorisierte verbindliche Speicherung der Abdrücke im Personalausweis sei mit dem Koalitionspartner leider nicht zu machen, obwohl der Ausweis mit Fingerabdrücken weltweit Standard werde, bedauerte der Unions-Experte.

SPD-Fraktionsvize Fritz Rudolf Körper bestätigte der Zeitung, dass die SPD dem Options-Modell zustimmen wolle. „Ein freiwilliger Ausweis mit Fingerabdrücken ist für uns ein gangbarer Weg.“ Das sei auch die Linie von Zypries.

Durch die freigestellte Abgabe von Fingerabdrücken ließen sich die Ängste in der Bevölkerung zerstreuen, der Staat wolle Stück für Stück den gläsernen Bürger. SPD-Innenexperte Sebastian Edathy argumentierte: „Ein Dokument mit biometrischen Merkmalen wäre für den Bürger teurer als der bisherige Ausweis, brächte aber keinen Sicherheitsgewinn.“

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