Biosprit: E10-Kritiker zerreißen „Benzin-Gipfel“-Ergebnisse

Biosprit
E10-Kritiker zerreißen „Benzin-Gipfel“-Ergebnisse

Die Ergebnisse des "Benzin-Gipfels" sind schon verpufft. Die Politik schert das wenig, sie redet ihr Spitzentreffen schön und schürt damit den Zorn der E10-Kritiker.
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Berlin

Die Kritik an den Ergebnissen des "Benzin-Gipfels" zur Einführung des Bio-Sprits E10 hält an. Der Ausgang des Treffens seien enttäuschend, sagte der Chef der Verbraucherzentral Bundesverband, Gerd Billen, der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch. Gebraucht werde eine Garantieerklärung der Hersteller für jeden Wagen. Der Chef des Bundesverbandes der freien Kfz-Händler, Ansgar Klein, sagte der Zeitung, seine Branche befürchte weiterhin Schäden durch E10, die erst mit erheblicher Verzögerung aufträten und an den Autofahrern und Gebrauchtwagenhändlern hängen blieben.

Regierung und Wirtschaft hatten am Dienstag beschlossen, trotz des Chaos bei der Einführung des E10-Benzins den Biosprit gemeinsam an der Zapfsäule durchsetzen zu wollen. Dazu sollen die verunsicherten Autofahrer direkt an den Tankstellen besser informiert werden. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erklärte, die von den Autoproduzenten für E10 freigegebenen Fahrzeuge würden dies garantiert auch vertragen. Grüne und Umweltverbände forderten indes erneut ein Aus für den Biosprit, da er der Umwelt nicht helfe und Lebensmittel verteuere.

E10 hat einen Anteil von bis zu zehn Prozent Bioethanol. Die Mineralölwirtschaft ist verpflichtet, dieses Jahr 6,25 Prozent an Biosprit mit dem herkömmlichen Treibstoff zu verkaufen. Die Motoren von knapp zehn Prozent der Autos auf deutschen Straßen verträgt die Sorte allerdings nicht. Aus Verunsicherung tanken aber sehr viele Autofahrer E10 nicht, während der übrige Super-Kraftstoff knapp wird.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) will trotz der Verzögerungen bei der Einführung von E10 an Sanktionen gegen die Benzinhersteller festhalten, wenn die Biokraftstoffquote nicht eingehalten wird. "Wir dürfen den Druck nicht aus dem Markt nehmen", sagte Aigner der "Passauer Neuen Presse". Gleichzeitig warnte sie die Mineralölfirmen davor, eventuelle Strafzahlungen den Autofahrern aufzubürden. "Es kann nicht sein, dass die Verbraucher am Ende die Zeche zahlen."

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  • Unsere Demokratie verkommt immer mehr zur Diktatur. Alles wird uns mittlerweile aufgezwungen. Sparlampen sind gesundheitsschädlich und stören den Schlaf. E 10 wird aus Lebensmitteln hergestellt. Das gleiche gilt für Biogas-Anlagen (hat mit Bio nichts zu tun). Unsere landwirtschaftlichen Flächen werden zu Monokulturen. Getreide wird teurer, weil immer höhere Pachtpreise verlangt werden. Und so etwas wird auch noch subventioniert mit unseren Steuergeldern. Wieso lassen wir uns eigentlich immer alles gefallen. Leute tankt bitte kein E 10, auch wenn euer Auto es veträgt. Fahrt vielleicht mal öfters mit dem Fahrrad.

  • "Es kann nicht sein, dass die Verbraucher am Ende die Zeche zahlen."

    Das ist ja ein hinreißender Selbstbetrug! Wo kommt denn das Geld her, welches Firmen ausgeben können?

  • Gipfel? Beraten haben die offenbar nichts. Vielleicht war die Luft beim Kaffeetrinken in deren Höhe auch so dünn, dass bei allen Teilnehmern beide Gehirnzellen stotterten. Oder im Kaffee war E1o. Dank an die Küche....

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